Samstag, 22. Juli 2017

[Rezension] Ich bin für dich da! von Zapf und Jochen Till

Hardcover
Mit Illustrationen von Zapf
44 Seiten
ISBN: 9783864293719
Erscheinungsdatum: 24.07.2017

Klappentext:

Nanu, regnet es etwa? Das Stachelschwein wundert sich, als ihm beim Spaziergang plötzlich Tropfen auf den Kopf platschen. Aber es sind keine Regentropfen, sondern dicke Tränen der tief betrübten Giraffe, die vor sich hin schluchzt. Die Arme ist hoch oben in den Wolken ganz allein. Das piksige Schweinchen aber möchte niemanden unglücklich sehen. Und darum lässt es nichts unversucht, die Giraffe zu trösten. Höchst amüsant und absolut rührend eilt das kleine Stachelschwein der großen Giraffe zu Hilfe. Denn egal, warum jemand traurig ist, man sollte auf jeden Fall versuchen, ihn zu trösten. Zusammen ist Glücklichsein doch am allerschönsten! Ein lustiges Buch für traurige Tage.

Quelle: Tulipan Verlag


Rezension:


Hier war es bei mir Liebe auf den ersten Blick. Ich finde das Cover mit dem süßen Stachelschwein einfach total niedlich, mit seinen kugelrunden Augen und der grünen Hose. Da ich die Illustrationen von Zapf bereits in anderen Büchern sehr bewundert habe und mir die Bücher von Jochen Till immer sehr gut gefallen, wollte ich das neue gemeinsame Werk der beiden unbedingt kennenlernen!

Fröhlich vor sich hin pfeifend unternimmt das kleine Stachelschwein gerade einen Spaziergang, als es passiert. Ein Tropfen fällt ihm auf den Kopf. Regnet es etwa? Nein, was ihm da auf den Kopf geplatscht ist, ist kein Regen, sondern die Träne einer Giraffe. Diese ist todunglücklich und schluchzt leise vor sich hin. Verständlich, schließlich ist sie ganz alleine da oben in den Wolken. Das kleine Stachelschwein beschließt sofort zu helfen. Schließlich ist Glücklichsein das beste Gefühl überhaupt! Dieses sollten alle haben, findet das Stachelschwein und möchte die Giraffe zu trösten. Es versucht alles Mögliche, um die Aufmerksamkeit der Giraffe zu erlangen. Dies stellt sich aber als weitaus schwieriger heraus, als das Stachelschwein vermutet hatte. Sehr unterhaltsam und rührend unternimmt das hilfsbereite Tierchen einen Versuch nach den anderen. Aufgeben ist es, denn wenn jemand traurig ist, braucht er unbedingt Trost, um wieder glücklich zu werden. Und Glücklichsein ist zusammen doch eh am schönsten!

Das neue Buch von Jochen Till und Zapf ist zauberhaft schön und total rührend! Das Cover hat mir wirklich nicht zu viel versprochen. Meine Erwartungen wurden hier sogar noch übertroffen.
Dieses lustige Bilderbuch wird vom Verlag für traurige Tage empfohlen und dieser Empfehlung kann ich mich nur anschließen. Die Geschichte bringt einen sehr zum Schmunzeln und zaubert einem ein breites Lächeln ins Gesicht. Wenn man gerade mies drauf ist und eine Ablenkung oder Aufheiterung sucht, ist „Ich bin für dich da!“ die perfekte Wahl.
Es ist einfach so süß und amüsant zu sehen, wie das Stachelschwein versucht die Aufmerksamkeit der Giraffe zu erlangen, um diese endlich trösten zu können. Bereits vor diesen witzigen Versuchen hat mich das Buch ja schon bestens unterhalten. Die Illustrationen sind einfach nur großartig und sie könnten auch fast ohne Text auskommen, um diese Geschichte zu erzählen. Text ist sowieso nur sehr wenig vorhanden. Höchstens ein Satz auf einer Seite. Sehr oft sind die Sätze sogar aufgeteilt, sodass sich auf insgesamt einer Doppelseite nur ein einziger Satz befindet. In diesem Buch dominieren eindeutig die Illustrationen, die wirklich richtig klasse und liebevoll von Zapf gezeichnet wurden.

Auf den Text mag man dann aber natürlich dennoch nicht verzichten. Dieser ist, wie die Zeichnungen, ebenfalls total rührend und wird einem, gerade wenn man traurig ist, sehr schnell wieder aufheitern. Zudem wird auch sehr schön mit der Schrift gespielt, sodass auch da keine Langeweile aufkommen wird.
So werden die Sätze manchmal hochkant geschrieben oder sogar bogenförmig. Immer abhängig vom Bild wird der Text an den verschiedensten Stellen eingefügt. Man ist beim Umblättern immer schon ganz gespannt darauf zu erfahren, welche schöne und lustige Bild-Text-Kreation einem wohl auf der nächsten Seite erwarten wird.

Das Buch beginnt schon am Anfang sehr amüsant, als das Stachelschwein sich unheimlich freut, als es einen leckeren Maiskolben findet und genüsslich beginnt daran herumzunagen. Als dann der große Tropfen auf seinem Kopf landet, wird sofort ein Fernrohr gezückt und damit in den Himmel gespäht, um die Ursache des nassen Etwas auf seinem Kopf zu finden.
Hier harmonieren die Illustrationen und die Bilder einfach wunderbar und das auch das ganze Buch hindurch.
Die Versuche des Stachelschweins, die Aufmerksamkeit der Giraffe zu erlangen, sind eindeutig meine Highlights im Buch, da diese wirklich sehr kreativ und unterhaltsam sind. Hinten auf dem Buch bekommt man ja schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie die Versuche des Stachelschweins so aussehen. Es versucht wirklich alles Mögliche, um zu der Giraffe vorzustoßen, damit diese nicht länger alleine ist und endlich wieder glücklich sein kann.

Man hat das Buch leider sehr schnell durchgeblättert, da man ja nur wenig zu lesen hat und hauptsächlich die Bilder betrachtet. Doch auch dieser kurzer Lesespaß reicht völlig aus, um sich aufzuheitern und seine Trauer zu überwinden. Natürlich kann man das Buch auch lesen ohne vorher traurig zu sein. Glücklichsein kann man nie genug.

Hier passt der Titel wirklich wie die Faust aufs Auge: das Stachelschwein ist ein wunderbarer Freund und ist für die Giraffe da, als diese sehr traurig ist und jemanden an ihrer Seite braucht, um sich nicht länger so einsam zu fühlen und endlich wieder glücklich sein zu können.
Ich kann dieses wunderschöne Buch Jedem wärmstens empfehlen, ganz egal welchen Alters. Auch Kinder ab 3 Jahren werden die Geschichte verstehen können und beim Betrachten der Bilder große Freude haben. „Ich bin für dich da!“ wird ganz sicher jedem Menschen ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern, da stimme ich dem Klappentext hinten auf dem Buch vollkommen zu.

Fazit: Eine zauberhafte Geschichte über das Trösten und das gemeinsame Glücklichsein, die man besonders in schweren Zeiten lesen sollte. Gerade wenn man sehr traurig ist, wird einem dieses wunderschöne Buch wieder aufheitern. Die Versuche des kleinen Stachelschweins, zu der Giraffe hoch oben in dem Wolken vorzudringen, sind herzallerliebst und sehr amüsant. Die Illustrationen von Zapf haben mir richtig gut gefallen, sie machen das Buch zu etwas ganz Besonderen und erfreuen Jung und Alt. Von mir erhält das neue Buch von Jochen Till und Zapf volle 5 von 5 glücklichen Sternen!



Vielen Dank an den Tulipan Verlag, der mir dieses wunderschöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Freitag, 21. Juli 2017

[Rezension] Lilo auf Löwenstein: Ponyzähmen leicht gemacht (Bd. 2) von Mara Andeck

Hardcover
239 Seiten
Ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-414-82490-5
Erschienen: 21.07.2017

Klappentext:

Band 2 der Reihe Lilo auf Löwenstein. Lilo und Anni haben herausgefunden, dass es auf dem Dachboden von Schloss Löwenstein ein Geheimzimmer geben muss. Aber wo ist die Tür? Und was hat es mit dem bockigen pechschwarzen Pony auf sich, das neuerdings im Stall steht und keinen an sich heranlässt? Den Kindern von Schloss Löwenstein ist klar, dass sie nicht lockerlassen werden, bis beide Rätsel gelöst sind. Denn gute Freunde schaffen alles! Ein Buch für alle Mädchen und Jungen ab 9 Jahren, die gerne draußen spielen und es lieben, auf Abenteuersuche zu gehen.

Quelle: Boje Verlag


Rezension:


Auf dieses Buch habe ich mich ja schon so gefreut! Den ersten Band von „Lilo auf Löwenstein“ fand ich super und eigentlich hatte ich mit der Fortsetzung erst im Herbst 2017 gerechnet, da dies so hinten im ersten Buch angekündigt wurde. Dann aber habe ich zu meiner großen Freude festgestellt, dass der zweite Teil bereits im Juli diesen Jahres erscheint und ich konnte es kaum noch abwarten zu erfahren, was für schöne Abenteuer Lilo noch so auf Schloss Löwenstein erleben wird!

Nachdem Lilo und ihre beste Freundin Anni herausgefunden haben, dass es auf dem Dachboden des Schlosses ein Geheimzimmer geben muss, lässt ihnen diese Entdeckung keine Ruhe mehr. Auch nach mehrmaligem Suchen haben sie den Zugang zu dem mysteriösen Zimmer nicht finden können und die beiden würden die ganze Sache am liebsten einfach wieder vergessen. Denn da es sie so beschäftigt, reden sie natürlich auch sehr viel darüber und das ist gefährlich. Denn in dem geheimen Raum wird sich ganz sicher ein Schatz befinden und da das Schloss dem Grafen gehört, ist auch der Schatz sein Eigentum. Wenn er diesen erst einmal hat, braucht er die Mieter in seinem Schloss nicht länger und Lilo und Anni fürchten, dass er sie mitsamt ihren Familien rausschmeißen wird. Die beiden tun also alles Mögliche, um sich abzulenken oder, noch besser, ihr Geheimnis komplett zu vergessen. Aber nichts wirkt, selbst Hypnose führt zu keinem Erfolg. Dann aber kommt ein schwarzes Pony neu in den Stall von Schloss Löwenstein und sorgt für eine willkommene Ablenkung. Der Graf hat das bockige Pony für seinen Enkel Golo gekauft. Nur kennt dieser sich überhaupt nicht mit Pferden und Ponys aus, daher bittet er Lilo und Anni um Hilfe. Diese aber stimmen nur unter einer Bedingung zu: Golo soll endlich aufhören, ihnen hinterher zu spionieren. Denn leider hat Golo Wind davon bekommen, dass die beiden Mädchen ein Geheimnis haben und folgt ihnen seitdem auf Schritt und Tritt, um endlich dahinter zu kommen, was die beiden vor ihm verbergen. Das aber darf auf keinen Fall passieren! Ob Golo wohl auf den Deal eingehen wird? Und ob die Mädchen das Geheimnis des versteckten Zimmers wohl jemals lüften werden?

Ich bin wirklich restlos begeistert von dem Buch! Meine Erwartungen wurden hier komplett erfüllt. Am liebsten würde ich ja direkt zum dritten Band greifen und weiterlesen. Schade, dass es diesen noch nicht gibt, aber dass es einen geben wird, wenn auch vermutlich erst im nächsten Jahr, ist sicher! Das Buch endet nämlich sehr gekonnt mit einen kleinen Cliffhanger, sodass man es kaum noch erwarten kann, den nächsten Teil zu lesen.
Das Buch beginnt mit einer netten Einleitung von Lilo, in der sie das Schloss mit seinen Bewohner kurz vorstellt. Denn auf Schloss Löwenstein leben nicht nur Lilo und ihre Familie. Auch der Graf und dessen Enkel Golo wohnen dort und auch Lilos beste Freundin Anni mit deren Familie zählen zu den Schlossbewohnern. Mir hat diese Einleitung sehr gut gefallen, da man so wieder sehr schnell in Lilos Welt hineinfindet oder, wenn man den ersten Teil nicht kennt, problemlos dieses Buch wird lesen können, auch ohne das Wissen aus Band 1 zu haben.

Nach diesen einleitenden Worten, die von wundervollen schwarz-weiß Illustrationen von Eleni Livanios begleitet werden, beginnt die eigentliche Geschichte.
Die Kinder haben immer noch Sommerferien und verbringen diese oft gemeinsam draußen in der Natur, wo es Wälder, Wiesen und Flüsse gibt. Schloss Löwenstein hat schon eine echt tolle Lage und für Kinder ist die Umgebung das reinste Paradies.
Hier kommt, auch ohne Strand und Meer, eine total schöne gute Sommerlaune auf. Die Abenteuer, die die Kinder hier erleben, sind sehr realistisch und laden ein zum Mitfiebern. Denn als Leser möchte man ja auch unbedingt erfahren, wie man denn nun in dieses geheime Zimmer gelangt. Die Versuche von Lilo und Anni, das Zimmer wieder zu vergessen, haben ja leider nicht funktioniert. Selbst Hypnose blieb ergebnislos. Die Szene mit dem Hypnotisieren hätte mir ja als Zehnjährige wahnsinnig gut gefallen, da ich damals in so einer Phase gewesen bin, in der ich andere Leute unglaublich gerne in Hypnose versetzen wollte. Nur scheine ich damals, wie Lilo und Anni, auch immer etwas falsch gemacht zu haben, denn bei mir hat es auch nie so wirklich geklappt.

Es gibt aber auch noch andere Dinge im Buch, die Kinder nur zu gut kennen oder sehr gerne mögen. So stöbern Lilo und Anni immer wieder auf dem Dachboden herum, um endlich die Geheimtür zu finden. Dachboden, das schreit ja schon förmlich nach Abenteuer und Spannung! Dann unternehmen die Kinder auch viel draußen, gehen im Fluss baden, übernachten im Freien und genießen einfach das tolle Sommerwetter. Dieses Buch weckt garantiert in jedem die Lust auf Sommer und Abenteuer!
Selbst Pferdemädchen kommen im zweiten Band auf ihre Kosten. Denn schließlich heißt es ja schon im Titel „Ponyzähmen leicht gemacht“. Wer den Film „Drachenzähmen leicht gemacht“ kennt, wird die Anspielung auf diesen schönen Animationsfilm vermutlich sofort gesehen haben. Ich habe ja erst, nachdem der Film im Buch erwähnt wird, registriert worauf der Untertitel anspielt. Denn das Pony, welches neu auf den Hof kommt, heißt Nachtschatten, wie der Drache im Film und er trägt seinen Namen auch nicht ohne Grund.
Da der Film „Drachenzähmen leicht gemacht“ recht bekannt und beliebt bei Kindern ist (ich selbst finde ihn ja auch ganz toll!) wird die Zielgruppe sofort wissen, von was genau hier die Rede ist. So etwas finde ich ja gerade bei Kinderbüchern immer sehr wichtig: dass in diesen Dinge vorkommen, die Kinder selbst sehr gut aus ihrem eigenen Alltag kennen, sodass sie sich damit identifizieren können. Da ich, was meinen Buch- und Filmgeschmack angeht, noch so ein richtiges Kind bin, ist es auch mir überhaupt nicht schwer gefallen, den Beschreibungen zu folgen und mich in die Kinder hineinzuversetzen.

Ich hoffe ja sehr, dass sich Jungen bei dem Wort Pony im Titel nicht abschrecken lassen. Da aber gerade Jungen den Drachenfilm kennen, wird denen vermutlich diese Gemeinsamkeit sofort auffallen und sie werden so hoffentlich dennoch zum Buch greifen. Denn „Lilo auf Löwenstein“ ist für Jungen und Mädchen, die abenteuerliche und spannende Geschichten mögen, sehr zu empfehlen! Ich empfinde diese Reihe ja ein wenig als eine moderne und sehr aufgepeppte Bullerbü-Version. Die Atmosphäre hier ist einfach herrlich und die Kinder erleben realistische und wundervolle Abenteuer, die man auch gut im wirklichen Leben erleben kann.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Lilo. Dieses kindliche Erzählen ist der Autorin sehr gut gelungen. Man hat wirklich die ganze Zeit über das Gefühl, dass ein elfjähriges Mädchen hier erzählt. Lilo ist einfach total sympathisch – ich habe sie ja bereits im ersten Band fest in mein Herz geschlossen. Auch die anderen Charaktere, Kinder wie Erwachsene, werden sehr liebenswert und toll dargestellt. Sehr gefallen hat mir ja auch die Freundschaft der Kinder. Obwohl nicht alle gleich alt sind und man ja gerade in dem Alter von Lilo und Anni Jungs eher doof findet, sind sie alle sehr gut miteinander befreundet und verstehen sich, zumindest meistens, recht gut. Kabbeleien ab und an sind ja normal und kommen auch hier vor, aber zum Glück versöhnen sich die Kinder immer recht schnell wieder und unternehmen viele Dinge gemeinsam.

Im Buch befinden sich dann auch noch ein paar Illustrationen, allerdings sind davon eher wenige vorhanden. Vorne im Buch sieht man ein tolles Bild von der Eingangshalle des Schlosses und hinten findet man eine großartige Karte, die das Gelände von Schloss Löwenstein zeigt. Beide Zeichnungen sind einfach nur toll, ich mag ja die Bilder von Eleni Livanios immer sehr gerne. Besonders Karten kann sie richtig schön zeichnen.
Im Buch selbst sind dann leider kaum Illustrationen. Aber die Geschichte kommt auch ganz gut ohne aus. Mehr Bilder wären zwar natürlich schön gewesen, aber groß vermisst habe ich sie nicht. Der Lesespaß ist auch so einfach nur perfekt!

Fazit: Unbedingt lesen! Ich bin ja hellauf begeistert vom zweiten Band von „Lilo auf Löwenstein“ und finde diesen auch genauso gut wie den ersten Teil! Für abenteuerbegeisterte Jungen und Mädchen ab 8 Jahren ist das Buch sehr zu empfehlen! Dieses kann man auch gut ohne die Kenntnisse aus Band 1 verstehen. Hier kommt einfach eine super gute Sommerlaune auf und die Abenteuer, die wir hier mit den Kindern erleben dürfen, sind total lebensecht und werden sehr liebenswert beschrieben. Das Ende vom zweiten Teil macht riesengroße Lust auf die nächste Fortsetzung, auf die ich mich ja schon sehr freue! Von mir gibt es wohlverdiente volle 5 von 5 Sternen!




Vielen Dank an den Boje Verlag, der mir dieses wunderschöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Donnerstag, 20. Juli 2017

[Rezension] Stille Post für Fräulein Samstag von Hanne Böttcher

Text von Hanne Böttcher
Einband und farbige Illustrationen von Kerstin Kubalek
32 Seiten – gebunden
Ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-95882-103-3
Erscheinungstermin: Januar 2017

Klappentext:

Der kleine Montag ist immer müde.
Und das nur, weil das fröhliche Fräulein Samstag
tausend Sachen auf einmal macht und bis in
die Morgenstunden tanzt. Eines Tages hat der
kleine Montag genug von all der Müdigkeit.
Er beschließt, Fräulein Samstag eine Nachricht zu senden. Die wandert als Stille Post von Wochentag zu Wochentag
und dabei kommt so einiges durcheinander …
Eine verdrehte Flüsterpost zum
spielerischen Erlernen der Wochentage!

Quelle: Oetinger 34


Rezension:


Dieses schöne Bilderbuch habe ich auf Lovelybooks entdeckt, wo ich das große Glück hatte, ein Exemplar bei einer Leserunde zu gewinnen und teilnehmen zu können. Ich bin ja so froh, dass ich dieses tolle Buch entdeckt habe. Das Cover hatte es mir ja sofort angetan und auch der Titel hat mich extrem neugierig gemacht. Ich musste einfach unbedingt erfahren, welche Nachricht hier als Stille Post zu dem Fräulein Samstag wandert!

Diese liebenswerte und fröhliche Geschichte soll kleinen Kindern dabei helfen, sich die Namen der einzelnen Wochentage besser zu merken. Hier werden die Tage als Personen dargestellt, die alle zusammen in einem Mehrfamilienhaus leben. Am Anfang lernen wir den kleinen Montag kennen. Dieser ist immer entsetzlich müde und schläft schon morgens beim Frühstück wieder ein. So kann das einfach nicht weitergehen, denkt er und da er selbst nicht weiter weiß, fragt er die alte Frau Sonntag um Rat. Diese weiß auch ganz genau, woher die Müdigkeit des kleinen Montags kommt: das Fräulein Samstag ist Schuld daran. Den lieben langen Tag singt und spielt sie und macht tausende Sachen auf einmal. Und selbst in der Nacht ist sie putzmunter und tanzt bis in den Morgengrauen. Der kleine Montag weiß nun, warum er ständig müde ist und da er keine Lust mehr darauf hat, beschließt er dem Fräulein Samstag eine Nachricht zu senden. Er bittet den Herrn Dienstag, sie zu überbringen. Dieser aber gibt die Nachricht an die Madame Mittwoch weiter und so wandert die Flüsterpost von Wochentag zu Wochentag und als sie schließlich bei dem Fräulein Samstag ankommt, ist sie, wie man es von dem Spiel Stille Post kennt, total verdreht und herrlich durcheinander.

Ich finde dieses Bilderbuch zauberhaft schön! Die Geschichte ist liebenswert, fröhlich und hilft den Kindern wunderbar dabei, die einzelnen Wochentage zu erlernen. Jeder Wochentag ist ein Bewohner des Mehrfamilienhauses und alle haben sie ganz verschiedene Eigenschaften, die immer passend zu dem jeweiligen Wochentag sind. So tritt der Herr Dienstag immer pünktlich seinen Dienst an und möchte stets alles richtig machen. Don Donnerstag ist sehr laut und ungemütlich und seine Stimme so grollend wie der laute Donner eines Gewitters. Der lange Freitag dagegen hat es gern bequem und liebt es bei einer Tasse Tee in seinem Sessel zu faulenzen.
Mir hat die Idee, die Wochentage als Figuren darzustellen, richtig gut gefallen! Kindern wird so auf eine lustige und spielerische Art das Merken der einzelnen Wochentage sehr schön erleichtert. Die Geschichte ist leicht verständlich und kindgerecht und kann von Kindern ab 4 Jahren sehr gut verstanden werden. In kurzen und einfachen Sätzen stellt uns die Autorin die einzelnen Charaktere vor und beschreibt uns anhand dieser die einzelnen Wochentage.
Die Nachricht, die an das Fräulein Samstag überbracht werden soll, gerät auf ihrer Wanderung mehr und mehr durcheinander, sodass am Schluss ein total verdrehtes und lustiges Kuddelmuddel zustande kommt. Da auch kleine Kinder das Spiel Stille Post kennen und mögen, werden sie an dieser schönen Bilderbuchgeschichte einen besonders großen Spaß haben und eifrig mitfiebern, da man ja unbedingt wissen möchte, was denn nun am Ende für eine witzige Flüsterpost herauskommen mag. Und während man gespannt dieses Flüsterspiel verfolgt, lernt man nebenbei spielerisch leicht die Wochentage.

Zu dieser tollen Geschichte kommen dann ja auch noch die wunderschönen und liebevoll gezeichneten Illustrationen von Kerstin Kubalek. Diese haben mir richtig gut gefallen! Sie sind herrlich farbenfroh und so detailreich, dass das Anschauen niemals langweilig wird. Es macht total viel Spaß sich die vielen schönen Bilder anzugucken und stets auf ein neues verstecktes Detail zu stoßen. Zum Vorlesen eignet sich das Buch wirklich perfekt und ich kann es als Familienbuch sehr empfehlen!


Fazit: Mir hat dieses wundervolle Vorlesebuch sehr gut gefallen und es wird auf jeden Fall einen Platz in meiner Bilderbuchsammlung erhalten. Die Geschichte ist liebenswert, witzig und sehr originell und hilft Kindern spielerisch dabei, die Wochentage zu erlernen. Die vielen schönen farbenfrohen Illustrationen machen das Lesevergnügen perfekt und erfreuen Jung und Alt beim Betrachten. Ich bin sehr so froh, dieses zauberhafte Bilderbuch entdeckt zu haben und gebe gerne 5 von 5 Sternen!


Mittwoch, 19. Juli 2017

[Rezension] Zeitreise auf vier Pfoten: Eine Katze für Kleopatra (Bd. 1) von Michael Koglin

Gebundene Ausgabe
Mit Illustrationen von Fréderic Bertrand
128 Seiten
ISBN: 978-3-505-13954-3
Erschienen: 29.06.2017

Klappentext:

Ein Hund reist durch die Zeit!
Ponys, Raben und ein Dinosaurierbaby – was für ein Chaos! Die Zeitreise-Maschine von Professor Tempus hat einen ganzen Haufen Tiere aus der Vergangenheit ins Jetzt befördert. Der Professor, seine Enkelin Lia und ihr Hund Curry müssen die Tiere unbedingt wieder zurück nach Hause bringen!
Ihre erste Reise geht ins alte Ägypten. Die kleine Katze gehört zurück in Kleopatras Palast, sonst ist die Weltgeschichte in Gefahr! Gar keine so leichte Aufgabe – die Pharaonin empfängt schließlich nicht jeden …



Rezension: 


Hier hatte mich das Cover sofort angesprochen! Gezeichnet wurde dies von dem Illustrator Fréderic Bertrand, dessen Bilder ich mir immer sehr gerne anschaue. Da auch der Titel und der Klappentext total interessant geklungen haben und ich Bücher über Zeitreisen immer sehr gerne lese, wollte den ersten Band von „Zeitreise auf vier Pfoten“ unbedingt lesen!

Dem etwas zerstreuten Professor Tempus ist beim Bau seiner Zeitreise-Maschine anscheinend ein kleiner Fehler unterlaufen, denn diese sorgt für das reinste Chaos, als sie eines schönen Tages lauter Tiere aus der Vergangenheit in unsere Zeit befördert. Ein weißer Schimmel, ein Löwe, ein kleines Kätzchen und sogar ein Dinosaurierbaby tummeln sich plötzlich in Professor Tempus‘ Garten. Die Tiere müssen schleunigst zurück nach Hause gebracht werden, ehe es zu großen Veränderungen in der Weltgeschichte kommen kann. Der Professor, seine Enkelin Lia und die Hündin Curry machen sich also zu ihrem ersten Zeitreiseabenteuer auf. Sie landen im alten Ägypten, wo sie das kleine Kätzchen zurück in Kleopatras Palast bringen möchten. Nur eine Pharaonin wie Kleopatra empfängt nicht jeden, daher haben unsere drei Zeitreisenden wahrlich keine leichte Aufgabe vor sich...

Das Buch wird aus der Sicht der Schäferhund-Mischlungs-Hündin Madame Curie, oder kurz, Curry erzählt. Das hat mir sehr gut gefallen, da es so für uns Leser wirklich sehr viel zum Schmunzeln gibt und wir viele Dinge vermutlich auch anders erleben, als wenn der Professor oder Lia die Geschichte erzählt hätten. Curry ist, typisch Hund, sehr verfressen und hofft immer, dass irgendwo ein kleiner Leckerbissen für sie abfällt. Auch verfügt sie natürlich über einen viel besseren Geruchssinn als wir Menschen, was beim ersten Abenteuer der drei Zeitreisenden auch ein großer Vorteil ist.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und die Charaktere habe ich sofort in mein Herz geschlossen. An erster Stelle natürlich Curry, die man einfach gern haben muss. Auch der immer etwas verpeilte Professor Tempus war mir sehr sympathisch und Lia habe ich mit ihrer aufgeweckten und cleveren Art ebenfalls auf Anhieb gemocht. Die drei geben ein super Team ab und erleben in diesem Buch ein sehr spannendes und aufregendes Abenteuer!

Langeweile kommt an keiner Stelle auf, sodass auch Lesemuffel nicht die Lust am Lesen verlieren werden. Zudem ist die Schrift auch schön groß und der Schreibstil sehr leicht und altersgerecht, sodass Leseanfänger keine großen Schwierigkeiten hier haben sollten.
Mit seinen gut 117 Seiten war das Buch für mich sehr schnell gelesen; für die Zielgruppe ist die Seitenzahl aber natürlich perfekt. Durch die temporeiche Handlung und die humorvolle Erzählung von Curry liest sich das Buch richtig toll und man ist immerzu am Mitfiebern. Was mir ja besonders gut gefallen hat, ist, wie viel man über das alte Ägypten lernt. Viele interessante Fakten wurde sehr gekonnt in die Geschichte eingebaut. Auch ich habe hier noch viel neues erfahren. Dem Autor ist es wirklich wunderbar gelungen, die Informationen so zu verpacken, dass weiterhin die Geschichte im Vordergrund steht und Kinder sich nicht von dem vielen Wissen gelangweilt fühlen. Schwierige Begriffe werden auch hinten im Buch in einem Glossar erklärt. Hier allerdings hätte ich mir einfachere Erläuterungen gewünscht. Die Worterklärungen lesen sich sehr sachlich und wenig kindgerecht. Das ist aber auch das einzig Negative, was ich an dem Buch zu kritisieren habe. Ansonsten hat mir hier alles sehr gut gefallen!
Besonders die schönen Illustrationen von Fréderic Bertrand haben es mir angetan. Von denen hätte es auch gerne mehr geben können. In seinem unverkennbaren Zeichenstil hat der Illustrator das Buch mit tollen schwarz-weiß Bildern versehen, die man sich wirklich gerne ansieht und die ganz besonders Kinder sehr gut gefallen werden.


Fazit: Ein schöner Reihenauftakt, der große Lust auf Band 2 macht. Für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren ist dieses Buch sehr zu empfehlen! Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht und die lustigen Illustrationen von Fréderic Bertrand passen perfekt zu der unterhaltsamen Handlung! Hier erwartet einen ein spannendes, witziges und sehr informatives Zeitreise-Abenteuer, welches humorvoll aus der Sicht der Hündin Curry erzählt wird. Von mir erhält der erste Band von „Zeitreise auf vier Pfoten“ 4,5 - gerundet auf 5 von 5 Sternen!



Dienstag, 18. Juli 2017

[Rezension] Milla und das erfundene Glück von Rüdiger Bertram

Gebundene Ausgabe
Ab 10 Jahren
192 Seiten
ISBN: 978-3-473-40806-1
Erschienen: 21.06.2017

Klappentext:

Milla hätte gern einen stinknormalen Vater. Einen, der in einem stinknormalen Büro arbeitet und nicht als Wahrsager bei "Sternzeichen TV", diesem doofen Astro-Sender. Dann würden sich ihre Mitschüler wenigstens nicht mehr über sie lustig machen. Nur Henry, der Neue, hält zu ihr. Weil seine Mutter genauso durchgeknallt ist, wie ihr Vater? Oder weil er mehr für sie empfindet?



Rezension:


Die Bücher von Rüdiger Bertram lese ich ja immer sehr gerne! Besonders toll finde ich seine „Stinktier & Co“-Reihe und auch seine neue Reihe für jüngere Leser „Frieda Kratzbürste“ gefällt mir sehr! Auf sein neues Buch „Milla und das erfundene Glück“ war ich schon sehr gespannt gewesen! Das Cover gefiel mir auf Anhieb und auch der Titel hatte es mir sofort angetan. Da auch der Klappentext sehr interessant geklungen hat und mich bisher noch kein Buch von Rüdiger Bertram enttäuscht hat, wollte ich Milla unbedingt kennenlernen!

Millas Vater hat einen recht ungewöhnlichen Beruf. Er arbeitet als Wahrsager bei „Sternzeichen TV“, wo er eine eigene Sendung hat. Begierig rufen die Leute an, um sich für viel Geld die Zukunft von ihm vorhersagen zu lassen. Völliger Stuss und die reinste Abzocke, findet Milla. Viel lieber wäre ihr ja, wenn ihr Vater einen stinknormalen Job in einem Büro hätte und nicht ständig den Leute mit seinen Prophezeiungen die größten Lügenmärchen erzählen würde. Leider wissen ihre Mitschüler, dass ihr Vater in diesem doofen Astro-Sender arbeitet und machen sich darüber lustig. Doch dann trifft Milla im Fechtunterricht auf Henry, dem neuen Jungen an ihrer Schule. In ihm hat sie beim Fechten endlich einen würdigen Gegner gefunden und auch sonst scheinen die beiden auf einer Wellenlänge liegen. Ihm kann Milla ihren Frust über die Geldschinderei ihres Vaters anvertrauen und Henry hält sofort zu ihr. Woran das wohl liegen mag? Wirklich nur, weil seine Mutter ähnlich schräg drauf ist wie Millas Vater? Oder steckt da doch etwas mehr dahinter?

Dem Autor Rüdiger Bertram ist es mal wieder gelungen, mich mit einem seiner Kinderbücher bestens zu unterhalten! Mit „Milla und das erfundene Glück“ ist ihm ein sehr lustiges und liebenswertes Buch gelungen, dass ich mit viel Freude gelesen habe.
Der Schreibstil ist herrlich locker und leicht und liest sich super angenehm. Besonders die schlagfertigen Dialoge und die WhatsApp Nachrichten zwischen Mia und Henry haben mir sehr gut gefallen. Diese lassen einfach toll lesen und machen die Geschichte wunderbar lebendig.

Langeweile kommt in diesem Buch auf jeden Fall keine auf! Ich war ja ständig am Schmunzeln und habe mich beim Lesen köstlich amüsiert. So konnte ich über die Leute, die den Hokospokos von Millas Vater Glauben schenken, nur den Kopf schütteln. Ich selbst glaube ja überhaupt nicht an Prophezeiungen und Vorhersagen und würde niemals auch nur einen Cent dafür ausgeben, dass man mir die Zukunft vorhersagt oder Kontakt zu Verstorbenen aufnimmt. Milla glaubt an so einen Quatsch ja auch nicht - ganz im Gegenteil, sie ist fasziniert von der Mathematik, wo alles logisch und geregelt ist. Über die Geldschinderei ihres Vaters ärgert sie sich ja sehr. Auch in der Schule hat sie es wegen des Berufes ihres Vaters nicht leicht. Ihre Mitschüler wissen nämlich, dass ihr Vater Wahrsager ist und nennen sie deswegen „Hexe“. Darunter leidet Milla sehr und ich habe großes Mitleid mit dem Mädchen empfunden. In mein Herz habe ich sie ja sofort geschlossen! Milla ist clever, nicht auf den Mund gefallen und weiß sich auch zur Wehr zu setzen. Nicht nur, dass sie das Fechten prima beherrscht, auch mit Worten spart sie nicht und sagt ihrem Vater auch ganz deutlich, was sie von seinen Lügenmärchen hält. Nur leider gibt dieser nicht viel auf Millas Worte und denkt nicht daran, mit der Wahrsagerei aufzuhören.

Mir war Millas Vater ja auch eher unsympathisch. Mein Eindruck beim Lesen war, dass er sich nicht genügend um seine Tochter kümmert und sie sehr viel allein zu Hause ist. Freunde hat Milla auch keine, daher freut man sich als Leser umso mehr, als sie Henry kennenlernt. Die beiden werden sehr schnell richtig gute Freunde und Henry verspricht Milla dann sogar, ihr bei einem Zaubertrick zu helfen, den sie schon seit längeren übt, den sie aber noch nie hinbekommen hat.
Henry muss man einfach sofort gern haben. Auch seine Mutter Claudia ist eine ganz Nette, nur leider auch sehr leichtgläubig. Wie es der Zufall will, lässt sie sich ausgerechnet von Millas Vater die Zukunft vorhersagen, was für einige Turbulenzen sorgt. Als Leser hat man hier wirklich jede Menge Spaß und lernt nebenbei auch noch die Begriffe „Cold Reading“ und „Self fulfilling prophecy“ besser kennen. Ich kannte diese ja vorher nicht genauer und habe die Erklärungen, die hier sehr gekonnt und verständlich in die Handlung eingebaut wurden, mit viel Interesse gelesen.

Das Buch besitzt leider keine Illustrationen, was ich zwar sehr schön gefunden hätte, ich aber bei dieser Geschichte auch nicht als notwendig ansehe. Alles wird sehr bildlich und genau beschrieben, sodass man sich auch ohne Bilder alles wunderbar vorstellen kann.
Bei mir waren die gut 190 Seiten leider viel zu schnell gelesen. Für die Zielgruppe ist die Seitenzahl natürlich sehr angebracht und gut zu bewältigen, aber ich hätte ja nichts gegen ein paar Seiten mehr gehabt. Das Ende hat mir besonders gut gefallen, es rundet die Geschichte perfekt ab und lässt einem mit einen zufriedenen Gefühl das Buch wieder zuklappen.

Da Henry ebenfalls, neben Milla, eine große Rolle in der Geschichte einnimmt und Milla zudem kein typisches Mädchen ist, kann ich auch Jungen den neuen Kinderroman von Rüdiger Bertram wärmstens empfehlen! Auch Erwachsene werden sich hier sehr gut amüsieren. Daher kann ich jedem, egal welchen Alters oder Geschlechts, dieses Buch sehr ans Herz legen!

Fazit: Mal wieder konnte mich der Autor Rüdiger Bertram mit seinem neuen Buch hellauf begeistern! „Milla und das erfundene Glück“ ist witzig, überraschend und total liebenswert. Für Jungen und Mädchen ab ca. 10 Jahren, die lustige und spannende Geschichten mögen, ist dieses Buch sehr zu empfehlen! Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und gebe gerne 5 von 5 Sternen!


Montag, 17. Juli 2017

[Rezension] Meja Meergrün rettet den kleinen Delfin (Bd. 2) von Erik Ole Lindström

Hardcover
ISBN: 978-3-649-62347-2
128 Seiten
Ab 6 Jahren

Klappentext:

Was sind das für schaurige Geräusche, die plötzlich in der Unterwasserwelt zu hören sind? Meja Meergrün, die kleine Nixe, macht sich auf die Suche und entdeckt in der Bucht über Lyckhav große Schiffe – und ein Netz voller Meeresbewohner! Darin gefangen ist auch der kleine Delfin Caspar, der Meja sofort ans Herz wächst. Sie ist wild entschlossen, ihm und den anderen Tieren zu helfen. Doch Menschen sind gefährlich – sehr gefährlich, wie Mejas Kümmerkröte Padson weiß. Da bleibt Meja nur eine magische List, um den Fischern ein Schnippchen zu schlagen!



Rezension:

Auf dieses Buch hatte ich mich schon richtig gefreut! Den ersten Band von Meja Meergrün liebe ich ja sehr, daher konnte ich das Erscheinen der Fortsetzung kaum noch abwarten. In das Cover habe ich mich ja auch bei Band 2 sofort verliebt. Durch den süßen rosa Delfin empfinde ich es ja auch als noch etwas niedlicher als das Cover des ersten Buches. Erwartungsvoll habe ich mit dem Lesen begonnen und war schon nach der ersten Seite wieder tief in Mejas Welt eingetaucht.

Die Eltern von Meja Meergrün sind immer noch auf Forschungsreise, daher kümmert sich weiterhin die Kümmerkröte Padson um die kleine freche Meernixe. Dieser hat damit wirklich keinen leichten Job, da Meja nur Flausen im Kopf hat und sich nach wie vor weigert, in die Schule zu gehen. Da Padson jedoch darauf besteht, ringt sich Meja widerwillig zu einem Schulbesuch durch. Dieser endet aber, wie zu erwarten, im reinsten Chaos, sodass das Meermädchen kurzerhand von der Lehrerin hinausgeworfen wird. Während sie davon schwimmt, trifft Meja auf ihren besten Freund, die Robbe Bollarbi. Dieser hat Schreckliches zu berichten: er hat in der Bucht über Lyckhav riesige Schiffe entdeckt und ein Netz voller gefangener Meeresbewohner! Meja fasst sofort den Entschluss, den armen Tieren zu helfen und schwimmt mit Bollarbi zu dem Netz. In diesem befindet sich auch ein kleiner rosa Delfin namens Caspar, den Meja sofort in ihr Herz schließt. Sie muss die Meerestiere unbedingt befreien, nur wie? Es muss schleunigst ein Plan her, um die gemeinen Fischer zu überlisten und Caspar und die anderen Meerestiere aus dem Netz zu befreien!

Mir hat auch der zweite „Meja Meergrün“ Band richtig gut gefallen! Ich empfinde ihn ja auch als noch etwas spannender als den ersten Teil. Die Altersempfehlung des Verlages halte ich daher auch für sehr angebracht. Kinder unter 6 Jahren werden sich hier vielleicht ein bisschen gruseln. Nicht nur, dass Meja trotz Verbot in die verbotene Gegend schwimmt, sie muss dann ja auch noch gefangene Meerestiere aus einem großen Netz befreien. Diese befinden sich in großer Anzahl zusammengequetscht und völlig verängstigt in ihrem Gefängnis und schaffen es ohne Hilfe von außen nicht hinaus. Kinder, die etwas zarter besaitet sind, werden das Buch vielleicht als etwas zu spannend und grausam empfinden. Daher ist bei diesen auf jeden Fall das gemeinsame Lesen angesagt.
Zusammen sollten aber auch nicht so abenteuerbegeisterte Kinder diese Geschichte verkraften können. Denn natürlich ist diese auch sehr witzig und unterhaltsam. Meja ist genauso frech und abenteuerlustig wie in Band 1 und hegt ständig die verrücktesten Streiche aus, sodass ihre Kümmerkröte Padson selten Zeit zum Verschnaufen hat.
Auch bei ihrem Schulbesuch, den sie Padson zuliebe macht, kann es sich Meja nicht verkneifen und spielt ihrer Lehrerin einen kleinen Streich. Diesen empfand ich nun als nicht so witzig, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Kinder sich bei diesem bestens amüsieren werden. Kinder finden ja alles rund ums Pupsen immer sehr lustig, daher wird ihnen Mejas Streich ganz sicher sehr gefallen.

Das zweite Abenteuer von Meja ist auch sehr fantasievoll. In der Unterwasserwelt treffen wir auf viele magische Lebewesen und geheimnisvolle Orte, die wunderschön und liebevoll beschrieben werden. So gefallen mir die Charaktere in dem Buch ja sehr, besonders die kleine Robbe Bollarbi mag ich richtig gerne. Er ist in dieser Geschichte ja anfangs sehr eifersüchtig auf den Delfin Caspar. Er hat bemerkt, dass Caspar und Meja sich sehr gut verstehen und hat die große Sorge, dass er nun nicht mehr länger Mejas bester Freund sein wird.
Das Buch ist also nicht nur spannend und witzig, es spricht auch Themen wie Eifersucht, Vertrauen und das Überfischen der Meere an. Sehr kindgerecht werden diese Aspekte in die Handlung eingebaut und regen auch junge Leser zum Nachdenken an.

Begleitet wird diese zauberhafte Geschichte von wunderschönen Illustrationen! Ich war ja schon im ersten Band hin und weg von den großartigen Zeichnungen von Wiebke Rauers und auch in diesem Band kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wiebke Rauers besitzt einfach ein wahnsinnig großes Talent zum Zeichnen. Auch hier hat sie das Abenteuer der kleinen Meernixe wieder traumhaft schön illustriert! Einen Vorgeschmack bekommt ja schon auf dem tollen Cover, das Meja und Caspar zeigt. Beide sehen sie mit ihren großen Augen und den lächelnden Gesichtern total lieb und niedlich aus. Auch die Illustrationen zwischen den Buchdeckeln sind in diesem Stil gezeichnet. Liebevoll und herrlich farbenfroh, ich kann mich nur wiederholen: Wiebke Rauers malt einfach zauberhaft schön. Nicht nur die Lebewesen und Orte sind sehr fantasievoll gezeichnet, auch die Farbwahl hat etwas Magisches und Geheimnisvolles. Man stößt auf sehr viele unterschiedliche Grün- und Blautöne, vermischt mit den verschiedensten Farben des Regenbogens. Ich könnte mir die Illustrationen stundenlang anschauen, ohne mich dabei zu langweilen oder daran sattzusehen.
Das Buch bietet also nicht nur eine klasse Geschichte zum Lachen und Mitfiebern, auch die Augen werden hier die reinste Freude beim Betrachten der vielen großen und bunten Bilder haben.

Das Buch eignet sich für etwas geübtere Leser sehr gut zum Selberlesen. Allerdings sollten diese auch wirklich schon etwas erfahrener sein, da ich die Schrift als relativ klein empfinde. Kinder, die noch Bücher mit großer Fibelschrift lesen, werden hier vielleicht so ihre Schwierigkeiten haben. Zum Vorlesen eignet sich „Meja Meergrün rettet den kleinen Delfin“ perfekt. Und auch wenn Cover und Titel vermutlich eher junge Mädchen ansprechen wird, kann ich auch Jungen dieses Buch sehr empfehlen. Die abenteuerliche und unterhaltsame Story zusammen mit den wundervollen Illustrationen wird ganz sicher auch so manchen Jungs sehr gut gefallen.

Fazit: Eine wunderschöne Fortsetzung! Ich bin ganz begeistert von dem Buch und kann es wärmstens weiterempfehlen! Man kann diesen Band auch problemlos ohne das Wissen aus Teil 1 lesen, da alles Wichtige erklärt wird. Allerdings ist es ein großer Fehler, den ersten Band nicht zu kennen, da dieser wie die Fortsetzung bezaubernd ist. Der zweite „Meja Meergrün“ Band ist spannend, witzig und auch sehr lehrreich. Die Illustrationen sind wahre Meisterwerke und laden zum Staunen und Bewundern ein. Ich hatte jede Menge Spaß beim Lesen und hoffe sehr auf eine weitere Fortsetzung dieser schönen Meermädchen-Reihe! Band 2 erhält von mir volle 5 von 5 Sternen!


Sonntag, 16. Juli 2017

[Rezension] Elena - Eine falsche Fährte (Bd. 6) von Nele Neuhaus

Hardcover
Ab 12 Jahren
Band 6, 320 Seiten
ISBN: 978-3-522-50557-4
Erscheinungstermin: 20.06.2017

Klappentext:

Elena und ihre beste Freundin Melike retten bei einem Ausritt ein verletztes Reh. Vom Förster erfahren sie, dass es in letzter Zeit mehrere Übergriffe auf Wildtiere gegeben hat. Elena bekommt Angst um ihr neugeborenes Fohlen. Und sie ist schockiert: Ein Wolf soll in den Wäldern rings um den Amselhof sein Unwesen treiben! Zum Glück sind Farid und ihre Freunde an ihrer Seite. Gemeinsam kommen sie einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur.

Quelle: Planet Verlag


Rezension:

Auf den 6. Elena Band hatte ich mich schon richtig gefreut! Seit dem ersten Teil bin ich ein riesengroßer Fan dieser schönen Jugendbuchreihe und bisher konnte mich jeder Band hellauf begeistern. Meine Erwartungen an „Elena – Eine falsche Fährte“ waren daher auch recht hoch. Ganz gespannt habe ich mit dem Lesen begonnen.

Das Buch beginnt relativ zeitnah nach dem Band davor. Es ist gerade Winter und bitterkalt draußen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Melike unternimmt Elena einen Ausritt in den Wald. Dort finden sie ein verletztes Reh und verständigen sofort den Förster. Von ihm erfahren sie, dass sich solche Übergriffe auf Wildtiere in der letzten Zeit gehäuft haben. Ob wohl ein Wolf dahinter steckt? Elena und Melike sind sich nämlich ganz sicher, dass sie ein wolfsähnliches Tier bei dem Reh gesehen haben. Leider blieb nicht genügend Zeit, um ein scharfes Foto von dem Tier zu machen, da dieses schnell die Flucht ergriffen hat. Es ist aber tatsächlich das Gerücht im Umlauf, dass ein Wolf in den Wäldern sein Unwesen treiben soll. Elena ist geschockt. Was, wenn der Wolf bis zum Amselhof vordringt und die Pferde angreift? Doch Elena ist ja zum Glück nicht allein, sondern hat tolle Freunde an ihrer Seite. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel des Wolfes zu lösen.

Meine Erwartungen wurden hier komplett erfüllt! Mir hat auch der sechste Band der Elena-Reihe richtig gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lassen wird.
Wie ich es von Nele Neuhaus gewohnt bin, ist „Elena – Eine falsche Fährte“ in einem sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil geschrieben, sodass sich das Buch wunderbar lesen lässt. Ich war ja schon nach den ersten Seiten wieder komplett in Elenas Welt eingetaucht und habe mich in dieser sofort pudelwohl gefühlt. Die Orte werden einfach toll und richtig schön beschrieben; man kann sich von allem ein ganz genaues Bild machen. Was nun neu ist, sind zwei Karten vom Amselhof und der Umgebung vorne und hinten im Buch. Diese gab es bei den alten Auflagen nicht. Ich finde es wirklich super, dass diese Karten zu einer besseren Orientierung nun in den Büchern vorhanden sind. Auch das neue Design der Elena Bücher gefällt mir sehr gut. Was für mich nur etwas doof ist, ist, dass meine fünf Bände davor die alten Buchcover besitzen. Im Regal sieht das nun natürlich nicht ganz so toll aus, da Band 6 nun optisch nicht mehr so gut in die Reihe passt. Und mir nun extra die Neuauflagen zu besorgen, nur damit es schöner in meinem Regal aussieht, hatte ich nicht vor. Ich bin ja daher auch nicht so der Fan von neuen Designs. Die alten Elena-Cover haben mir auch sehr gut gefallen, meiner Meinung nach wäre diese Neuauflage nicht nötig gewesen. Aber damit muss ich eben leben, es kommt ja auch eigentlich mehr auf den Inhalt des Buches an. Und dieser hat mir wirklich richtig gut gefallen!

Band 6 kann man schon fast als einen Jugendkrimi bezeichnen. Er ist sehr spannend und temporeich und das auch das ganze Buch über. Langweilig wird es an keiner Stelle. Man ist die ganze Zeit am Mitfiebern und mag das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Zumindest ging es mir so.

Man trifft wieder auf alle bekannten Gesichter aus den vorherigen Bänden. Melike, Farid, Ariane, Tim, dessen kleine Schwester Gina – sie alle sind mir ja schon seit langem sehr ans Herz gewachsen und ich war richtig froh, dass man ihnen allen in diesem Band wieder begegnet. Es wird auch sehr schön deutlich, dass die Charaktere älter und erwachsener geworden sind. Die Liebe spielt eine sehr große Rolle in dem Buch, was für das Alter auch sehr realistisch ist. Die Beziehung zwischen Elena und Farid wird sehr authentisch beschrieben. Generell bin ich von den Beschreibungen der Charaktere, den Beziehungen und der Orte begeistert. Hier wirkt einfach alles echt und wie aus dem Leben gegriffen. Ich selbst lebe zwar auf keinem Reitergestüt wie dem Amselhof; ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass auch diese Schilderungen sehr realistisch sind.

Was mir ja auch bei den Elena Büchern immer sehr gut gefällt, ist, dass die Autorin immer sehr aktuell ist. So ist mir aufgefallen, dass sich die Jugendlichen in den ersten Bänden noch SMS geschrieben haben und man von einem Handy gesprochen hat. In sechsten Band tauschen sich Elena und ihre Freunde über WhatsApp aus und es wird mehr das Wort „Smartphone“ statt „Handy“ verwendet. Das finde ich wirklich klasse, da man diese Dinge nur zu gut aus seinem eigenen Alltag kennt und gerade die jüngere Generation damit groß wird. Die Zielgruppe dieser Reihe wird sich mit den Protagonisten auf jeden Fall wunderbar identifizieren können und auch der aktuelle Stand wird die jugendlichen Leser sehr ansprechen.
Da mir, als Erwachsene, diese Reihe aber auch sehr gut gefällt, kann ich auch anderen älteren Lesern die Elena Bücher sehr empfehlen! Es macht einfach total viel Spaß diese zu lesen. Sie sind zudem auch sehr spannend, ganz besonders dieser Band. Der Autorin gelingt es also auch mit ihren Jugendbüchern, uns Leser mit ihren Geschichten bis zum Ende zu fesseln und in ihren Bann zu ziehen.
Ich rate, bei dieser Reihe mit Teil 1 zu beginnen und dann auch chronologisch weiterzulesen. Meiner Meinung nach bauen die Bücher sehr aufeinander auf und es werden in den höheren Bänden auch immer Szenen aus den Büchern davor erwähnt. Um sich nicht die Spannung dieser zu nehmen, halte ich das Lesen in der richtigen Reihenfolge für sehr sinnvoll.

Der 6. Elena Band ist eine perfekte Mischung aus Pferdegeschichte, Jugendkrimi und Teenieroman. Pferde kommen hier natürlich auch sehr viel vor, sodass auch Pferdeliebhaber ganz auf ihre Kosten kommen werden. Spannung ist auch genügend vorhanden und die Themen Freundschaft und Liebe werden auch sehr schön in die Handlung eingebaut. Für mich ein rundum gelungenes Buch, welches mir sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat!


Fazit: Mich konnte der 6. Elena Band hellauf begeistern! Er ist sehr spannend, sehr aktuell und ist besonders Mädchen ab 12 Jahren wärmstens zu empfehlen. Auch Pferdefans werden hier nicht enttäuscht werden. Die beiden Karten vorne und hinten Buch haben mir sehr gut gefallen; diese habe ich bei den alten Ausgaben ja schon etwas vermisst. Ein rundum perfekt gelungenes Buch, dass sehr große Lust auf Band 7 macht. Auf den freue ich mich schon sehr! „Elena – Eine falsche Fährte“ erhält von mir volle 5 von 5 Sternen!