Freitag, 14. Juli 2017

[Rezension] Fritzi Klitschmüller (Bd. 1) von Britta Sabbag

Gebundene Ausgabe
Ab 8 Jahren
Band 1, 144 Seiten
ISBN: 978-3-522-50540-6
Erscheinungstermin: 20.07.2017

Klappentext:

Fritzi wünscht sich nichts sehnlicher als ein knallrotes Skateboard. Stattdessen bekommt sie ein selbst genähtes Prinzessinnenkleid zum Geburtstag! Augenblicklich steht fest: Ein geheimer Skateboard-Beschaffungs-Plan muss her! Mit ihrem Freund Thies wirbelt Fritzi durch die Nachbarschaft, um sich ihren Traum zu erfüllen. Gar nicht so einfach, denn obendrein müssen die beiden ihre Freundschaft vor Fritzis Vater geheim halten. Der kann die neuen Nachbarn aus dem Ärgerhäuschen nämlich überhaupt nicht leiden … Turbulente Ferien voll geheimer Heimlichkeiten und großer Abenteuer beginnen!

Quelle: Planet Verlag


Rezension:

Ich kannte von Britta Sabbag bisher nur die Jugendbücher „Stolperherz“ und „Herzriss“, die mir beide sehr gut gefallen haben. Auf den ersten Band ihrer neuen Kinderbuchreihe war ich daher schon sehr gespannt gewesen. Da diese Reihe besonders „Mein Lotta-Leben“ Fans sehr empfohlen wird und ich zu diesen zähle, wollte ich Fritzi Klitschmüller unbedingt kennenlernen!

Fritzis sehnlichster Wunsch ist ein eigenes Skateboard. Am liebsten in knallrot mit schwarzen Rädern. Natürlich wünscht sie sich auch dieses Jahr, zu ihrem neunten Geburtstag, mal wieder genau das. Doch zu ihrer großen Enttäuschung bekommt sie nur ein blödes, selbst genähtes Prinzessinenkleid! Für Fritzi steht fest: sie muss einfach ein Skateboard haben, egal wie! Als nebenan eine neue Familie einzieht und deren Sohn ein tolles Skateboard besitzt, wird Fritzis Wunsch nur noch größer. Der Junge, der Thies heißt, bietet ihr dann sogar an, mal eine Runde auf seinem Board zu drehen. Fritzi ist sofort begeistert. Auf der Suche nach guten Ideen für ihren Skateboard-Beschaffungs-Plan, beginnen die beiden in der Nachbarschaft umherzustreifen. Als wäre dieses Vorhaben nicht schon schwierig genug, heißt es auch noch verflixt vorsichtig zu sein. Denn Fritzi muss ihre Freundschaft zu Thies unbedingt geheim halten! Ihr Vater ist nämlich gar nicht gut auf Thies und seine Eltern zu sprechen, da sie ihm sein heiß ersehntes Erkerhäuschen, oder, wie der jetzige Name lautet: das Ärgerhäuschen, weggeschnappt haben. Leider klappt das mit dem Geheimhalten dann aber nicht ganz so gut, da Fritzis nervige Cousine Shakira zu Besuch ist und diese den beiden ständig hinterher schnüffelt...

Ich finde diesen Auftakt der neuen Kinderbuchreihe von Britta Sabbag richtig gut gelungen. Man ist schon vom ersten Satz an mittendrin in der Geschichte und erfährt, wie es im Hause Klitschmüller so zugeht. Es wird recht schnell klar, dass Fritzi nicht auf den Mund gefallen und ein sehr aufgewecktes und cleveres Mädchen ist. Die meisten Mädchen in ihrem Alter wünschen sich vermutlich so etwas wie einen eigenen Hund oder ein eigenes Pony – Fritzi habe möchte nichts sehnlicher haben als ein knallrotes Skateboard mit schwarzen Rollen. Für ein neunjähriges Mädchen vermutlich ein etwas ungewöhnlicher Wunsch, aber auch wenn man diesen nicht mit Fritzi gemein hat, kann man wunderbar mit ihr mitfühlen. Denn das kennt doch vermutlich jeder nur zu gut: man wünscht sich etwas ganz doll zum Geburtstag und dann bekommt man es nicht. Noch schlimmer wird das Ganze, wenn man auch noch etwas geschenkt bekommt, was man richtig blöd findet. Da ist die Enttäuschung ja gleich doppelt so schlimm!

Hier wird also sehr wahrscheinlich jeder, egal welchen Alters, Fritzis Verhalten sehr gut nachvollziehen können. Zumindest ich kenne solche Gefühle recht gut aus meiner eigenen Kindheit.
Daher ist es mir auch überhaupt nicht schwer gefallen, mich in Fritzi hineinzuversetzen, obwohl ich deutlich älter bin als sie. Fritzi war mir ja auf Anhieb sehr sympathisch. Auch die anderen Familienmitglieder der Klitschmüllers mochte ich sofort. Über den kleinen Bruder Kai musste ich ja immer wieder sehr schmunzeln, da er manche Wörter noch falsch ausspricht oder falsch verwendet und dabei die lustigsten Kreationen zustande kommen. Auch die Eltern haben mich sehr gut unterhalten, wobei die Mutter nur am Anfang und dann zum Schluss im Buch auftaucht, da sie für ein paar Woche auf Kur fährt. Darüber ärgert sich Fritzi ja sehr, da ihre Mutter ausgerechnet an ihrem Geburtstag abreist. Und es wird noch schlimmer, da während Mama Klitschmüllers Abwesenheit die Tante plus der nervigen Cousine zu Besuch kommen. Beide kann man wirklich nur als schrecklich bezeichnen, wobei wir Leser uns natürlich eher über die beiden amüsieren können. Ich sage nur: Rote-Bete-Alarm! Wenn ihr wissen wollt, was ich damit meine, müsst ihr das Buch schon lesen. ;-)

Mich konnte die Geschichte auf jeden Fall sehr gut unterhalten! Es wird an keiner Stelle langweilig und man ist richtig am Mitfiebern, da man ja auch unbedingt möchte, dass Fritzi endlich ihr eigenes Skateboard bekommt.
Zu der netten Story kommen dann noch die lustigen Illustrationen von Stefanie Messing. Diese sind wirklich sehr witzig und passen immer perfekt zur Handlung. Am besten haben mir ja die Pommeshaare von Fritzi gefallen, wie man sie schon auf dem Cover sehen kann. Und auch die beiden dicken Dackel, die in der Geschichte eine größere Rolle spielen und von denen man ebenfalls einen vorne auf dem Einband sehen kann, wurden richtig toll gezeichnet! Die beiden sehen einfach total niedlich aus, wie zwei runde Fellkugeln auf vier (insgesamt natürlich acht) Beinen.

Für Mädchen ab 8 Jahren, die Bücher wie „Mein Lotta-Leben“ mögen, ist dieses Buch sehr zu empfehlen! Und auch wenn das Buch eher Mädchen ansprechen soll, kann ich es auch Jungen sehr empfehlen. Denn Thies nimmt ebenfalls eine größere Rolle in dem Buch ein und da Fritzi auch kein typisches Mädchen ist, müssten auch Jungen gefallen an der Geschichte finden.
Das Buch liest sich wirklich sehr schön und angenehm. Der Schreibstil ist flüssig und für die Altersgruppe angemessen. Die Schrift ist schön groß und die Kapitel haben eine optimale Länge.
Ich hatte hier sehr viel Spaß beim Lesen, auch wenn dieser leider wieder recht schnell vorbei war, da das Buch nur gut 130 Seiten besitzt. Hinten im Buch gibt es dann auch noch eine kleine Leseprobe aus Band 2, der im Frühjahr 2018 erscheinen wird. Auf den freue ich mich schon sehr! Ich möchte unbedingt wissen, was Fritzi Klitschmüller noch so alles erleben wird! Langweilig wird es mit ihr auf jeden Fall nie.

Fazit: Super Reihenauftakt! Mir hat der erste Band von Fritzi Klischmüller sehr gut gefallen und ich kann ihn ganz besonders Mädchen ab 8 Jahren sehr ans Herz legen, die Bücher wie die „Mein Lotta-Leben“ - Reihe mögen. Der erste Band von Fritzi Klitschmüller ist witzig, temporeich und sehr unterhaltsam. Zusammen mit den tollen Illustrationen von Stefanie Messing wird der Lesespaß hier perfekt! Von mir erhält das Buch volle 5 von 5 Sternen!



Vielen Dank an vorablesen für dieses tolle Kinderbuch, welches ich sogar schon vor Erscheinen lesen durfte!

Donnerstag, 13. Juli 2017

[Rezension] Borst vom Forst von Yvonne Hergane

Hardcover
Mit Illustrationen von Wiebke Rauers
Ab 4 Jahren
32 Seiten
ISBN: 978-3-7348-2035-9
Erschienen: 13. Juli 2017

Klappentext:
Eines Tages findet Frischling Borst eine Meeresschnecke im Wald. Die duftet so wunderbar nach Gegenteil. Unbedingt will Borst die Schnecke nach Hause bringen. Aber der Weg zum Meer ist weit und gefährlich …

Eine poetische Bilderbuchgeschichte, die davon erzählt, dass auch ein kleines Wildschwein das Meer erreichen kann, wenn es nur wirklich will.

Quelle: Magellan Verlag


Rezension:

Als ich dieses niedliche Bilderbuch in der Vorankündigung gesehen hatte, hatte ich mich in die großen Kulleraugen des kleinen Wildschweins sofort verliebt. Ich liebe Bilderbücher ja sehr und auf „Borst vom Forst“ hatte ich mich schon richtig gefreut. Die Zeichnungen stammen von Wiebke Rauers, die auch die bekannten Bücher „Meja Meergrün“ oder „Nur ein Tag“ wunderschön illustriert hat. Da ich ihre Bilder total toll finde, war dieses Bilderbuch ein absolutes Muss für mich gewesen!

Erzählt wird hier die Geschichte des kleinen Frischlings Borst, der mit seiner Wildschweinfamilie im Forst lebt. Zusammen unternehmen sie sehr oft Erkundungstouren durch den Wald. Auf so einer macht Borst dann eines Tages eine ganz besondere Entdeckung. Er findet ein sehr seltsam aussehendes Schneckenhaus. Vorsichtig leckt, schleckt und schmeckt Borst an seinem Fund. Dann hält er sein Ohr an die Schnecke und lauscht. Und das Schneckenhaus rauscht. Borst hält seine Nase an die rauschende Schnecke und schnuppert. Und die Schnecke duftet wunderbar nach Gegenteil. Borst möchte die Schnecke unbedingt zurück zu ihrem Zuhause bringen. Aber wo liegt Gegenteil? Von einer Möwe erfährt das kleine Wildschwein, dass die Schnecke eine Seeschnecke ist und aus dem Meer stammt. Borst macht sich also auf den weiten Weg nach Gegenteil, um das erste Mal in seinem Leben das große, weite Meer zu sehen.

Schon wenn man nur den Buchdeckel aufklappt, wird man von einer super niedlichen Doppelseite empfangen. Auf dieser befinden sich viele kleine Bilder von Borst in den verschiedensten Positionen. Diese tollen Zeichnungen geben schon einmal einen guten Vorgeschmack auf die Bilder, die einem in „Borst von Forst“ erwarten werden.

Und von diesen bin ich ja hellauf begeistert! Die Illustrationen von Wiebke Rauers sind einfach traumhaft schön! Borst mit seinen großen Kulleraugen sieht man ja schon auf dem Cover und von ihm gibt es noch viele weitere wundervolle Bilder im Buch. Es begegnen einem in der Geschichte aber auch noch viele andere tolle Tiere, die wirklich herzallerliebst gezeichnet worden sind. So finde ich ja auch die Wildschweinmutter klasse, die im Vergleich zu ihrem großen, kugelrunden Körper miniminikleine Augen hat, was wirklich sehr putzig aussieht. Dann gibt es auch andere Waldbewohner in dieser Geschichte wie Rehe, Eulen und Mäuse. Diese haben allerdings keine große Rolle in dem Buch. Abgesehen von einer Maus, einer Möwe und einer kleine Robbe gibt es keine weiteren Figuren in dieser Geschichte. Was ich aber auch sehr gut finde, da zu viele Charaktere für jüngere Zuhörer und Leser vermutlich noch etwas zu viel wären. Auf Bildern sieht man aber noch andere Tiere des Waldes, auf Ästen sitzend, hinter Bäumen hervorlugend oder am Himmel kreisend. Mir hat ja die kleine Eule sehr gut gefallen, da sie ebenfalls große Kulleraugen besitzt und total knuffig aussieht.

Die kleine Robbe spielt erst am Ende der Geschichte eine etwas größere Rolle. Von ihr wird man hinten im Buch dann auch verabschiedet. Wie von Borst am Anfang befinden sich auch von der kleinen Robbe auf der letzten Doppelseite viele kleine Bildchen, die ich ja sogar noch niedlicher finde als die von Borst. Die kleine Robbe hat Wiebke Rauers einfach richtig goldig gezeichnet. Ebenfalls große Kulleraugen und ein ganz nettes Lächeln. Am liebsten würde man sie, auch wenn sie, da sie kein Fell hat, nicht wirklich kuschelig aussieht, dennoch einmal ganz feste drücken.

Kinder werden hier auf jeden Fall sehr viel Spaß beim Betrachten der vielen schönen Bilder haben! Denn nicht nur die Tiere sehen großartig aus und sind sehr liebevoll gezeichnet; auch der Wald, das Meer und der Himmel sind wunderschön gemalt worden. Zudem sieht man den Wald auch zu den verschiedensten Tageszeiten, sodass es auch von den Farben her sehr abwechslungsreich ist.

Aber nicht nur die Illustrationen sind wunderbar, auch die Geschichte konnte mich sehr begeistern! Sehr kindgerecht und liebevoll erleben wir Leser mit Borst ein tolles Abenteuer, welches uns am Ende nur zu deutlich zeigt, dass auch kleine Helden etwas Großes schaffen können, wenn sie es nur wirklich wollen. Borst möchte unbedingt die Seeschnecke zum Meer zurückbringen. Er spürt, dass die Schnecke Heimweh hat und ihre Familie vermisst. Erst macht er sich alleine auf den Weg, doch für so eine weite Strecke ist er dann doch noch zu klein. Borst gibt aber nicht auf und erzählt seiner Mama von dem Kummer der Seeschnecke. Da seine Mama ein großes Herz hat, machen sich die beiden schließlich gemeinsam auf den Weg zum großen, weiten Meer.
Es wird hier also sehr schön beschrieben, dass man nicht aufgeben darf und dass Mama immer für einen da sein wird und man nicht alleine ist. Dieses Bilderbuch zählt auf jeden Fall zu meinen kleinen Schätzchen und wird noch oft von mir gelesen und betrachtet werden.

Es befindet sich auch immer nur wenig Text auf einer Seite, sodass die Bilder den größten Teil auf jeder Seite einnehmen. Die Schrift ist schön groß und auch bei dunklen Bildern sehr gut lesbar.
Der Schreibstil ist sehr kindgerecht und einfach gehalten. Zudem wird in manchen Sätzen ein bisschen gereimt und einige Sachen werden mit sehr einfachen Wörtern beschrieben, die auch ganz kleine Kinder sehr gut verstehen können. So werden Dinge, die Borst wehtun, wie die Seeschnecke am Anfang mit ihrer kantigen Oberfläche, als „Tutweh“ bezeichnet. Und den Duft, den die Seeschnecke verströmt und der für Borst völlig fremd ist, wird von dem Frischling „Gegenteil“ genannt.
Mir hat diese Art zu Erzählen sehr gut gefallen, da es sich wirklich sehr schön lesen lässt und es sich auch prima zum Vorlesen eignet.

Fazit: Ich kann dieses Bilderbuch sehr empfehlen! Eine super süße Geschichte, die traumhaft schön illustriert worden ist und zudem eine tolle Botschaft enthält. „Borst von Horst“ ist ein großartiges Vorlesebuch und bietet einen herrlichen Lesespaß für die ganze Familie. Von mir bekommt der kleine Frischling Borst volle 5 von 5 Sternen!



Vielen Dank an den Magellan Verlag, der mir dieses wunderschöne Bilderbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Mittwoch, 12. Juli 2017

[Rezension] Nicolettas geheime Welt von Bettina Gundermann

2 CDs
ISBN: 978-3-8337-3793-0
Gesamtspielzeit: 02:36:19
Interpret: Julia Meier

Klappentext:

Nicoletta ist untröstlich, als ihre Freundin Augusta wegzieht. Innerlich zerbröselt sie so sehr, da hilft selbst Trost spendende Schokolade nichts. Doch dann entdeckt sie einen geheimnisvollen Ort, an dem sie den kleinen Blaubeermann, die schräge Gräfin Krawalla, den französischen Herrn Oh là là und viele andere skurrile Personen kennenlernt. Die verrückte Truppe hilft Nicoletta, ihre Traurigkeit zu überwinden.
Mal mutig und frech, mal wütend und bedrückt - Nicoletta zeigt uns das Leben in allen Gefühlslagen mit einer Handvoll Blaubeeren und noch mehr Humor.

Quelle: Jumbo Verlag


Rezension:


Bei diesem Hörbuch hat das lustige und farbenfrohe Cover meine Neugier sofort geweckt. Da der Klappentext sehr interessant und unterhaltsam für mich geklungen hat, war ich auf „Nicolettas geheime Welt“ schon sehr gespannt gewesen!

Das Hörbuch erzählt die Geschichte des Mädchens Nicoletta, die mit ihren Eltern Thomas und Fiona in einem Mehrfamilienhaus lebt. Im Erdgeschoss wohnen Herr und Frau Spieß, die aber immer so garstig und gemein sind, dass Nicoletta sie heimlich die Störenfriede nennt. Ganz oben wohnt die 26-jährige Augusta, die Nicolettas beste Freundin ist. Daher ist sie mehr als untröstlich, als sie erfährt, dass Augusta wegziehen wird. Innerlich zerbröselt die arme Nicoletta so sehr, dass selbst Trostschokolade nicht wirklich helfen kann. Aber zum Glück hat Nicoletta ja noch einen anderen sehr guten Freund: ihren Hund Franz Schubert, den sie damals vor dem sicheren Tod gerettet hat. Da Hunde im Haus eigentlich nicht erlaubt sind, halten Nicoletta und ihre Eltern ihn ganz im Geheimen bei sich in der Wohnung. Mit Franz Schubert macht Nicoletta dann eines Tages eine ganz sonderbare Entdeckung: in einem Bauzaun findet sie ein Loch, durch welches sie hindurchkriecht. Sie gelangt an einen geheimnisvollen Ort, an dem sie auf viele skurrile Personen trifft. Da ist zum Beispiel der kleine Blaubeermann, der nur 5 Zähne hat und seine letzten 53 Haare um seinen Kopf gewickelt trägt. Dann begegnet Nicoletta noch dem stillen Jungen, der nie redet, der dafür aber einen sprechenden Roboter besitzt. Auch die Gräfin Louisa Krawalla, Vrieda mit Vogel-V und der Insektendompteur gehören zu dem merkwürdigen Völkchen, welches Nicoletta dem Namen „Die Skurrilisten“ gibt. Sie helfen Nicoletta wunderbar, über ihre Traurigkeit wegen Augustas Umzug hinwegzukommen. Aber dann ist der geheime Durchgang eines Tages plötzlich verschwunden...

Die Geschichte ist wirklich sehr fantasievoll und sprüht nur so vor Witz und Charme! Schon am Anfang geht es sehr unterhaltsam los, als Augusta verbotenerweise im Garten sitzt (der darf nämlich nur von den Störenfrieden benutzt werden!) und den schönen Sommertag genießt. Herr und Frau Spieß tanzen dann auch sofort an und ärgern sich so sehr über Augustas Verhalten, dass sie sogar die Polizei rufen. Augusta ist richtig frech, aber auch sehr nett, daher kann man Nicolettas Traurigkeit über den Umzug ihrer besten Freundin sehr gut nachvollziehen. Aber Nicoletta entdeckt dann ja zum Glück ihre geheime Welt, in welcher die ulkigsten Persönlichkeiten leben. Über die musste ich ja wirklich sehr schmunzeln. Generell lädt dieses fröhlich heitere und sehr lustige Hörbuch zum Lachen und Grinsen ein. Die Charaktere muss man einfach gern haben – na ja, bis auf die garstigen Störenfriede natürlich. Besonders die aufgeweckte und abenteuerlustige Nicoletta ist mir sehr ans Herz gewachsen. Auch ihre Eltern haben mir sehr gut gefallen. Beide besitzen einen tollen Humor und sind zudem echt klasse Eltern, die sich wohl so manches Kind sehr wünschen würde.
Die Skurrilisten sind allesamt ein sehr verrücktes, aber liebenswertes Völkchen. Da waren mir wirklich alle sympathisch. Sie sind lustig, verdreht und tun die merkwürdigsten Dinge. Mit ihnen gelingt es Nicoletta wunderbar, wieder fröhlich zu werden und nicht länger zu zerbröseln. Diesen Ausdruck verwendet Nicoletta übrigens immer, wenn sie sehr traurig ist und es sich eben so anfühlt, als würde man im Inneren zerbröseln.
Das Hörbuch macht einfach richtig gute Laune und unterhält einen mit seinen fantasievollen und witzigen Einfällen bis zum Schluss bestens. Dazu trägt natürlich auch ganz besonders die Sprecherin Julia Meier bei. Diese liest einfach klasse! Wobei ich zugeben muss, dass ich in den ersten Minuten, ganz am Anfang, erst nicht ganz so angetan von ihrer Betonung war. Ich habe ja den Eindruck, dass sich Julia Meier erst ein bisschen warmlesen musste. Zumindest kam es mir so vor. Am Anfang liest sie etwas übertrieben und betont die Sätze zu stark. Aber das legt sich auch recht schnell wieder. Oder ich habe mich einfach daran gewöhnt, dass könnte auch sein.
Mir hat Julia Meier aber nach kurzer Eingewöhnung richtig gut als Sprecherin gefallen! Sie liest herrlich lebendig, hat eine sehr angenehme Stimme und es gelingt ihr wirklich, jeder Figur ihre eigene Stimme zu verleihen. Tief, hoch, mit Akzent, schrill, monoton – alles ist dabei und man erkennt immer sofort, wer nun gerade spricht. Besonders gefallen hat mir, wie sie die Gräfin Louisa Krawalla liest. Oder, mit ihrer Betonung: die Gräfin Kraawaalllaaaa. Den Namen kann man aber auch wirklich richtig schön singend vortragen.
Auch der Herr Oh là là wird super mit einem französischen Akzent gelesen und selbst die Stimme von Mona, eine Freundin von Nicoletta, die leider selten Zeit hat, ihr aber immer einen Platz im Bus frei hält, fand ich klasse. So richtig schön monoton und eintönig, ich empfand dies als sehr passend für Monas Charakter.
Wären noch Geräusche und Musik dabei gewesen, man könnte echt manchmal glauben, man höre ein Hörspiel. Julia Meier ist die perfekte Wahl für dieses Hörbuch und beschert uns Zuhörern ein einmaliges Hörerlebnis!

Ich kann „Nicolettas geheime Welt“ Mädchen ab etwa 7 Jahren sehr empfehlen! Aber auch Jungen werden hier sehr viel Spaß beim Zuhören haben. Eigentlich kann ich es jedem, egal ob Jung oder Alt, sehr ans Herz legen. Mit Nicoletta erlebt man gute zweieinhalb Stunden lang viele tolle Abenteuer, sodass es an keiner Stelle langweilig wird. Nicoletta muss man einfach gern haben mit ihrer lieben und frechen Art. Sie ist zwar auch mal wütend oder traurig, aber mit der Unterstützung ihrer Skurrilisten ist auch jede noch so schlechte Stimmung schnell wieder vorbei!
Was mir auch noch sehr gut gefallen hat, ist die Gestaltung des Booklets. Denn in Innenteil werden alle Charaktere mit Namen und Eigenschaften aufgelistet. Da in diesem Hörbuch ja doch recht viele Figuren vorkommen, finde ich diese Idee zu Orientierung wirklich super! Selbst der Text der singenden Blumen ist dort zu finden. Den Gesang der Blumen liest Julia Meier übrigens auch richtig witzig!

Fazit: Sehr zu empfehlen! Dieses Hörbuch macht richtig gute Laune und beschert uns mit seinen vielen fantasievollen und lustigen Einfällen ein wundervolles Hörerlebnis. Julia Meier liest diese liebenswerte Geschichte großartig! Ich habe zwar kurz gebraucht, um mich an ihre Betonung zu gewöhnen, aber danach war ich von ihrem Erzähltalent hellauf begeistert. Kinder werden hier ganz besonders viel Freude am Zuhören haben! Von mir erhält dieser fröhlich lustige Hörspaß volle 5 von 5 Sternen!




Vielen Dank an den Jumbo Verlag, der mir dieses witzige Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!


Dienstag, 11. Juli 2017

[Monats-Highlights] Juni 2017

Wir haben zwar nun schon bald Mitte Juli, aber da ich spontan die Idee hatte, ab sofort jeden Monat meine Buch-Highlights in jedem Monat zu küren und euch zeigen, kommt meine Wahl für Juni 2017 eben jetzt etwas verspätet. ;-)
Im Juni habe ich viele schöne Bücher gelesen und auch viele tolle Hörbücher gehört! Da ich sowohl Bücher als auch Hörbücher rezensiere, habe ich mir gedacht, dass ich jeden Monat mein Lieblingsbuch auswähle als auch mein Lieblingshörbuch. Der Juni wird also der erste Monat sein. Für diesen ist mir meine Entscheidung nicht schwer gefallen.

Mein Buch-Highlight für Juni 2017




Penny Pepper - Spione am Strand von Ulrike Rylance (zu meiner Rezension)




Mein Hörbuch-Highlight für Juni 2017




Mein Lotta-Leben: Eine Natter macht die Flatter von Alice Pantermüller (zu meiner Rezension)


Montag, 10. Juli 2017

[Rezension] Flo und der Schnüffel-Büffel von Max Moor

Hardcover
ISBN: 978-3-499-21773-9
Seitenzahl: 256
Ab 9 Jahren
Erschienen: 23.06.2017

Klappentext:

Ferien auf dem Land bei Opa Ludwig!
Für Flo gibt es nichts Schöneres.
Doch dann findet sie gleich am ersten Ferientag ein neugeborenes, mutterloses Wasserbüffelkalb. Klar, dass Flo alles in Bewegung setzt, um das kleine Tier zu retten. Und das ist erst der Anfang ihrer superspannenden Ferien: Denn wie sich herausstellt, kann das kleine Wasserbüffelchen sprechen! Und noch dazu hat es die allerwildesten Ideen.
Das erste Kinderbuch von Bestseller-Autor Max Moor.
Mit vielen vierfarbigen Illustrationen von Julia Ginsbach.

Quelle: Rowohlt Verlag

Rezension:


Bei diesem Buch haben das niedliche Cover und der lustige Titel ja sofort meine Neugier geweckt. Beide versprechen eine liebenswerte und unterhaltsame Geschichte für Kinder. Also genau das Richtige für mich. Da auch der Klappentext richtig interessant geklungen hat, wollte ich Flo und ihren Schnüffel-Büffel unbedingt kennenlernen!

Endlich Sommerferien! Flo freut sich schon sehr auf den Urlaub bei Opa Ludwig auf dem Land. Für sie gibt es einfach nichts Schöneres auf der Welt. Neun lange Wochen muss sie nicht mehr ihre doofen und eingebildeten Mitschüler ertragen, die sich immer über sie lustig machen und sie ärgern. Bei Opa Ludwig ist es hundertmal schöner, findet das elfjährige Mädchen. Diese Ferien beginnen dann auch gleich am ersten Tag wundervoll und aufregend. Denn Flo findet ein neugeborenes, mutterloses Wasserbüffelkalb hinter dem Zaun einer Koppel. Das arme Kleine ist kurz vorm Sterben und Flo setzt alles in Bewegung, um das Tier zu retten. Es gelingt ihr zusammen mit der Hilfe von Opa Ludwig. Das Kalb darf nun bei ihnen im Wohnzimmer schlafen, wo es vom Kaminfeuer gewärmt und alle zwei, drei Stunden mit Milch aus einem Fläschchen versorgt wird. Das wäre für Flo ja eigentlich schon spannend genug, denn eine Wasserbüffelkalb-Mutter wird man schließlich nicht alle Tage. Dann aber stellt sich heraus, dass das Kalb sprechen kann! Allerdings kann nur Flo es verstehen. Die beiden werden sofort richtig dicke Freunde. Zusammen suchen sie nach einem passenden Namen für das kleine Wasserbüffelchen. Die Wahl fällt schließlich auf Schnüffel-Büffel, oder kurz: Schnüffel. Weil Schnüffel immer so viel und laut schnüffelt. Das Wasserbüffelchen erweist sich als sehr aufgeweckt und clever. Es hat lauter verrückte Ideen und zusammen mit ihrem Schnüffel-Büffel erlebt Flo die allerwildesten Abenteuer…

Ich hatte mal wieder den richtigen Riecher gehabt! „Flo und der Schnüffel-Büffel“ ist ein total niedliches und sehr unterhaltsames Kinderbuch. Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen und habe es leider viel zu schnell zu Ende gelesen. Das Buch ist liebenswert, rührend und lässt einen immer wieder schmunzeln und breit grinsen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der 11-jährigen Flo. Diese heißt eigentlich Florentine, aber ihren richtigen Namen kann sie nicht wirklich leiden. Flo passt viel besser zu ihr, findet sie. Leider sehen ihre Klassenkameraden das nicht so. Sie wissen genau, dass Flo die Abkürzung Tine hasst und rufen sie daher immer Trine-Tine. Und leider gehen die Hänseleien noch weiter. Flo ist ganz anders als ihre Mitschüler. Sie trägt bunte Blumenkleider, einen großen Strohhut und ihren Schulranzen hat sie sich aus einer blauen Einkaufstasche und alten Auto-Sicherheitsgurten gebastelt. Ihre Mitschüler dagegen sind piekfein und haben reiche Eltern. Flo hat nur noch eine Mutter, die gerade in Indien ist, und lebt daher so lange bei ihrer Tante, die nur sehr wenig Geld besitzt. Da Flo so anders ist, bietet sie sich leider als ein gutes Mobbing-Opfer an. Mobbing finde ich ja wirklich richtig schlimm. Mir hat Flo sehr leid getan, dass sie so sehr von ihren Mitschülern geärgert wird. Gleichzeitig aber habe ich sie auch für ihr Selbstbewusstsein bewundert. Flo leidet zwar sehr wegen der gemeinen Bemerkungen der anderen, aber sie bleibt sich selbst und ihrem eigenen Stil dennoch treu. Dieser ist zwar etwas eigenwillig, aber völlig okay. Schade, dass das nicht auch die anderen Kinder so sehen.
Dass dieses ernste Thema in dem Buch vorkommt, hatte mich zuerst etwas erstaunt. Ich hatte ja dann auch etwas Sorge, dass das Buch viel ernster werden wird, als von mir erwartet. Aber das war dann zum Glück nicht der Fall. Das Thema Mobbing wird sehr kindgerecht beschrieben und nicht zu grausam dargestellt. Zudem beginnen ja auch dann die Sommerferien, sodass das Buch gar nicht so viel in der Schule spielt.
Als Leser reisen wir recht schnell zusammen mit Flo zu Opa Ludwig aufs Land. Dieser Ort wird total schön und idyllisch beschrieben. Generell bin ich von der Art des Erzählens hellauf begeistert! Denn wie bereits erwähnt, erzählt Flo diese Geschichte und dass eben so, wie ein elfjähriges Mädchen spricht. Dieses kindliche Erzählen ist dem Autor wunderbar gelungen! Mir hat dieser Stil ja sehr gut gefallen. Das Buch liest sich dadurch richtig schön und angenehm. Da uns Flo auch immer wieder anspricht, haben wir als Leser ständig das Gefühl, wirklich bei allem richtig dabei zu sein.

Die Charaktere werden alle sehr lieb und sympathisch dargestellt. Okay, abgesehen von den Mitschülern, die sind natürlich doof. Aber Opa Ludwig ist klasse und auch den Junge Schanti, der als Einziger aus der Klasse zu Flo hält und ihr Freund sein möchte, mochte ich auf Anhieb.
Und dann ist da ja natürlich noch das Wasserbüffelkalb. Es stellt sich ja recht schnell heraus, dass es sprechen kann. Allerdings versteht nur Flo seine Worte, andere hören nur ein Schnauben und Prusten. Mir gefällt die Idee eines sprechenden Kalbes ja wirklich gut, nur fand ich manchmal, dass das Kalb zu altklug und erwachsen geredet hat. Es hat mich zumindest am Anfang etwas gestört. Dann aber empfand ich die Sprechweise von Schnüffel doch als recht lustig und auch die verrückten Ideen, die es immer wieder hat, waren sehr unterhaltsam.

Mich hat das Buch wirklich bestens unterhalten und mir immer wieder ein breites Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. Das liegt aber nicht nur an der süßen Geschichte, auch das Betrachten der wunderschönen Illustrationen hat mir richtig große Freude bereitet. Davon gibt es jede Menge und alle sind sie herrlich farbenfroh und sehr liebevoll gezeichnet. Sie sind immer stimmig zum Geschehen in der Geschichte und begleiten diese perfekt. Es macht einfach jede Menge Spaß dieses Buch zu lesen! Da es im Sommer spielt, macht es auch eine super gute Sommerlaune und versetzt einen prima in Urlaubsstimmung. Für die warme Jahreszeit ist es eine optimale Lektüre. Ich kann es Jungen und Mädchen ab 9 Jahren, die Abenteuer- und Tiergeschichten lieben, sehr empfehlen! Auch Erwachsene werden hier sehr viel Spaß beim Lesen haben. Es handelt sich hier um das erste Kinderbuch von Max Moor und ich kann nur sagen: bitte mehr davon! :-)

Fazit: Wunderschön! Die Geschichte ist total süß und rührend. Flo erzählt diese richtig liebenswert, sodass man aus dem Schmunzeln gar nicht mehr herauskommt. Die Illustrationen sind klasse - sehr liebevoll und herrlich farbenfroh gezeichnet. „Flo und der Schnüffel-Büffel“ ist ein witziger, spannender und herrlich sommerlicher Kinderroman, der eine ganz besondere Tiergeschichte erzählt. Es kommt zwar auch das ernste Thema Mobbing zur Sprache, aber dieses wird sehr kindgerecht beschrieben und trübt die Gute-Laune-Stimmung in dem Buch nicht. Mir hat dieser Kinderroman sehr gut gefallen und ich gebe gerne volle 5 von 5 Sternen!




Vielen Dank an den Rowohlt Verlag, der mir dieses wunderschöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!