Samstag, 8. Juli 2017

[Rezension] Herzklopfen im Galopp - Doppelband von Chantal Schreiber

Broschur
Ab 11 Jahren
464 Seiten
ISBN: 978-3-522-50546-8
Erscheinungstermin: 21.03.2017

Klappentext:

Liebeskummer? Das geht gar nicht! Maxi und Carolin planen ein Silvester-Reitfest auf dem Hof, mit allen neuen Pferden und Einstellern. Und Rocket, das mit Abstand süßeste Fohlen aller Zeiten, ist der Superstar! Der kleine wilde Hengst lenkt auch Lara, die sich eben von ihrem Freund getrennt hat, erfolgreich von ihrem Liebeskummer ab. Maxi selbst schwebt ja zum Glück mit Vic auf Wolke 7, aber gerade deshalb will sie auch ihre Freundinnen glücklich sehen. Sie beginnt daher, bei Carolin und Lara ein wenig nachzuhelfen, was prompt nach hinten losgeht ...

Quelle: Planet Verlag


Rezension:


Nach dem ersten schönen Doppelband „Im Galopp auf Wolke 7“ habe ich mich auf den nächsten Band schon sehr gefreut! Voller Vorfreude habe ich mich auf das Buch gestürzt und es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen.

Maxi schwebt mit ihrem Freund Vic gerade auf Wolke 7! Doch ihre Freude wird etwas getrübt, als ihre beste Freundin Lara weinend bei ihr anruft und ihr mitteilt, dass sie sich von ihrem Freund Tino getrennt hat. Klar, dass Maxi Lara in einer solchen Situation nicht im Stich lassen kann! Kurzerhand wird ihre beste Freundin über die Weihnachtsferien zu den Klausers eingeladen. Dort wird Lara so gut es geht von ihrem Liebeskummer abgelenkt. Hilfreich ist dabei auch das süße Fohlen Rocket, in das man sich einfach sofort verlieben muss.
Da es bei Maxi in Sachen Liebe gerade so gut läuft, möchte sie unbedingt, dass dies auch bei ihren Freundinnen so ist. Daher beginnt sie etwas nachzuhelfen. So versucht sie sowohl Lara als auch Carolin mit charmanten Jungs zu verkuppeln. Das Ganze ist zwar gut von ihr gemeint, nur leider geht es am Ende mächtig in die Hose…
Auch in der zweiten Hälfte des Buches kann es Maxi nicht lassen, sich in die Liebesbeziehungen anderer einzumischen. Diesmal geht es um ihre beiden zweitbesten Freundinnen Nini und Cordula. Die beiden treffen sich doch tatsächlich, ohne es zu wissen, mit demselben Jungen und scheinen gar nicht zu kapieren, dass das ihre Freundschaft gefährdet. Ganz besonders, da es sich bei dem Jungen um Marcel handelt, der bekannt dafür ist, gerne mit den Gefühlen von Mädchen zu spielen. Als gute Freundin muss Maxi da einfach eingreifen! Doch auch bei ihr läuft es mit Vic leider nicht mehr ganz so rosig. Denn das Mädchen Sara hat einen Narren an Vic gefressen und vergöttert ihn nahezu. Und Vic scheint immer mehr Zeit mit ihr zu verbringen. Maxi hat also alle Hände voll damit zu tun, nicht nur die Freundschaft von Nini und Cordula zu retten, sondern sich auch um ihre eigene Beziehung kümmern…

Ich hatte mich ja schon beim ersten Doppelband gefragt, wieso ich diese tolle Reihe nicht schon früher gelesen habe. Denn auch bei diesem Buch handelt es sich um eine Neuauflage der „4 Hufe“-Reihe von Chantal Schreiber, die vor einigen Jahren als Einzelbände im Thienemann Verlag erschienen sind. „Herzklopfen im Galopp“ beinhaltet den dritten und vierten Band. Ich rate dringend, die ersten beiden Bände, sprich, das Buch „Im Galopp auf Wolke 7“, vor dem zweiten Doppelband zu lesen. Dieser schließt nämlich ziemlich direkt an seinen Vorgänger an und ich denke, dass man das Wissen aus den ersten beiden Geschichten haben sollte, um alles in den weiteren Bänden verstehen zu können.

Da die Reihe total schön ist, sollte man unbedingt beide Bücher zu lesen, es lohnt sich wirklich! Man darf sich auch beim zweiten Doppelband nicht von Titel und Cover täuschen lassen. Denn bei diesen erwartet man ja eher Geschichten rund ums Thema Pferd. Pferde spielen hier natürlich auch eine große Rolle, aber die Liebe dominiert dann nach meinem Empfinden doch mehr. Richtige Pferdefans könnten daher vielleicht etwas enttäuscht von dem Buch sein. Ich aber war es überhaupt nicht! Ich liebe dieses Buch und die komplette Reihe! Alles wird sehr liebevoll und wunderschön beschrieben, sowohl die Charaktere, die Beziehungen und die Schauplätze. Besonders die Freundschaften werden richtig schön dargestellt. Maxi und Lara sind ja schon seit Ewigkeiten Best Friends Forever, aber auch Nini und Cordula sind prima Freundinnen. Alle vier Mädels halten toll zusammen und sind sicher für viele junge Leserinnen große Vorbilder. Selbst Carolin, die mir immer etwas ruppig vorkommt, ist eine sehr gute Freundin, auf die man sich immer verlassen kann.
Das Buch behandelt meiner Meinung nach viel mehr die Themen Freundschaft und Liebe, als das Thema Pferde. Das hat mir aber wirklich richtig gut gefallen, da ich mich beim Lesen einfach sehr oft an meine eigene Teenagerzeit erinnern musste und mich viele Situationen sehr zum Schmunzeln gebracht haben.

Hier wirkt einfach überhaupt nichts unrealistisch. Alles wird total lebensecht und gut nachvollziehbar beschrieben. Besonders die Atmosphäre, die im ganzen Buch über herrscht, konnte mich hellauf begeistern. Dieses Buch ist einfach so eines, bei dem man sich beim Lesen pudelwohl fühlt und so tief in die Geschichte eintaucht, dass man am Ende ganz verblüfft ist, dass das Buch schon wieder vorbei ist. Zumindest ging es mir so.
Diesen Effekt hatte ich aber bisher bei allen Büchern von Chantal Schreiber. Ihre aktuelle „Friends & Horses“ Reihe liebe ich ja sehr! Auch da habe ich beim Lesen alles um mich herum vergessen können und die Bücher in einem Rekordtempo durchgelesen. Ich finde den Schreibstil von Chantal Schreiber einfach so schön. Locker, flüssig und total angenehm zu lesen. Zudem ist der Humor von ihr auch klasse. Meinen Geschmack trifft er auf jeden Fall!

Ich kann jedem dieses Buch sehr ans Herz legen. Obwohl ich etwas mehr Pferdegeschichte erwartet hatte, kann ich auch Pferdefans „Herzklopfen im Galopp“ wärmstens empfehlen. Wenn einem „Friends & Horses“ gefällt, wird man auch von der „4 Hufe“-Reihe begeistert sein. Die Protagonistin ist in dieser zwar etwas jünger, aber das merkt man beim Lesen kaum. Und selbst wenn: besonders ältere Leserinnen werden sich bei dieser Reihe wieder wunderbar jung fühlen und sich an die eigene Jugendzeit erinnern müssen.
Für Mädchen ab 11 Jahren, die Pferde-, Liebes- und Freundschaftsgeschichten mögen, ist dieser Doppelband, und auch der davor, sehr empfehlenswert. Gerade diese Altersgruppe wird sich wunderbar mit Maxi und ihren Freundinnen identifizieren können.

Fazit: Wunderschön! Ich liebe dieses Buch und finde es wirklich schade, dass ich es trotz seiner gut 460 Seiten so schnell zu Ende gelesen habe. Der Schreibstil ist einfach toll, die beiden Geschichten sind total schön und romantisch und auch Pferde kommen hier nicht zu kurz. Die Themen Liebe und Freundschaft stehen hier zwar an erster Stelle, aber ich kann auch jedem Pferdemädchen dieses Buch sehr empfehlen. Hier stimmt einfach alles! Von mir erhält „Herzklopfen im Galopp“ volle 5 von 5 Sternen!



Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag, der mir dieses schöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!


Freitag, 7. Juli 2017

[Rezension] Das wilde Uff, Band 2: Das wilde Uff fährt in den Urlaub von Michael Petrowitz

Gebundene Ausgabe
Mit Illustrationen von Benedikt Beck
Ab 8 Jahren
224 Seiten
ISBN: 978-3-473-40312-7
Erschienen: 21. Juni 2017


Klappentext:
Endlich Sommerferien! Kurzerhand packt Familie Peppel die Badesachen ins Auto und fährt samt Uff nach Bella Italia. Doch damit Uff nicht schlecht wird, muss Vater Peppel im Schneckentempo über die Autobahn kriechen. Als Lio und seine Familie endlich doch noch im Hotel ankommen, setzen sie alles daran, Uff geheim zu halten - keine leichte Aufgabe, wenn man angeknabberte Teller vom Buffet verschwinden lassen und blaue Haare aus dem Pool fischen muss ...



Rezension:

Auf diese Fortsetzung hatte ich mich schon sehr gefreut. Nachdem mir der erste Band vom wilden Uff so gut gefallen hatte, wollte ich unbedingt wissen, was uns für lustige Abenteuer im zweiten Teil erwarten werden. Passend zur Jahreszeit fahren wir mit Familie Peppel und dem Urzeitwesen Uff nach Italien, wo wir als Leser eine lustige, turbulente und abenteuerliche Zeit erleben dürfen!

Die Sommerferien haben begonnen und eigentlich hatte Familie Peppel nicht vorgehabt, in diesen eine große Urlaubsreise zu unternehmen. Da das wilde Uff nun bei Lio und seiner Familie lebt und für allerhand Chaos sorgt, sind in der letzten Zeit extreme Kosten angefallen wie zum Beispiel hohe Stromrechnungen. Das Uff liebt es nämlich, sich in der Spülmaschine zu waschen und sich anschließend im Trockner trocknen zu lassen. Klar, dass da die Stromkosten steigen. Groß wegfahren in den Ferien ist daher leider nicht drin. Doch das Schicksal scheint Mitleid mit Lio und seiner Familie zu haben und wundersamerweise gewinnen sie eine tolle Urlaubsreise nach Italien. Schnell werden die Koffer gepackt und los geht‘s mit dem Auto nach Bella Italia! Nur stellt sich dann heraus, dass dem Uff bei einem hohen Tempo schnell schlecht wird und daher kriecht die Familie schließlich im Schneckentempo über die Landstraßen. Als sie dann endlich im Hotel ankommen, versuchen sie mit allen Mitteln ihr wildes Uff geheim zu halten. Keine leichte Aufgabe, da das Uff für jede Menge Trubel sorgt und zudem eine große Leidenschaft für Teller hegt. Und die Porzelanteller vom Buffet des Hotels sehen ganz besonders lecker aus. Dieser Urlaub wird ganz sicher nicht so entspannt werden, wie es die Familie gerne gehabt hätte, so viel ist sicher!

Mir hat auch der zweite Band dieser witzigen Kinderbuchreihe richtig gut gefallen! Der Autor Michael Petrowitz hat mit dem wilden Uff ein liebenswürdiges und lustiges Wesen geschaffen, dass man einfach in sein Herz schließen muss, auch wenn es bei Familie Peppel für allerhand Chaos sorgt. Das Uff meint es ja niemals böse, im Gegenteil, es ist sehr hilfsbereit und will für seine neue Familie immer nur das Beste. Nur leider kennt es sich mit unserer Welt eben noch nicht so gut aus und von ihm gut gemeinte Dinge gehen größtenteils mächtig in die Hose.

So nervig das für Lio und seine Familie auch ist, wir Leser haben dadurch jede Menge zu lachen. Ich habe mich beim Lesen ja köstlich amüsiert und einige sehr unterhaltsame Lesestunden gehabt.
Bei mir war der Lesespaß dann auch leider wieder recht schnell vorbei, da das Buch nur gut 220 Seiten besitzt und die Schrift recht groß ist. Zudem befinden sich in dem Buch noch zahlreiche witzige schwarz-weiß Illustrationen von Benedikt Beck, sodass sich auf vielen Seiten nur sehr wenig Text befindet.
Für Lesemuffel ist das natürlich perfekt! Hier wird wirklich niemand die Lust am Lesen verlieren! Durch die große Schrift liest sich der Text sehr angenehm. Dazu trägt natürlich auch der flüssige und leichte Schreibstil bei, der mir ja sehr gut gefallen hat. Er ist sehr kindgerecht und die Sätze sind immer schön kurz. Auch die Kapitel besitzen eine optimale Länge.
Die Geschichte ist witzig, temporeich und an keiner Stelle langweilig. Ich bin ja nun eine recht geübte Leserin, daher habe ich das Buch sehr schnell beendet. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass auch noch etwas unerfahrene Leser oder auch diejenigen, die beim Stichwort Lesen anfangen zu stöhnen, das Buch ziemlich flott durchlesen werden, weil es einen total fesselnd und bestens unterhält.

Die Charaktere sind allesamt sehr sympathisch. Mit Lio werden sich Kinder sehr gut identifizieren können. Das Uff ist einfach klasse und wird bei jedem für so manche Lacher sorgen. Selbst der Bösewicht Professor Dr. Dr. Snaida kommt nicht wirklich fies rüber. Klar, er ist der Schurke der Geschichte und hegt keine guten Absichten – da er aber immer etwas dämlich rüberkommt, habe zumindest ich ihn irgendwie ganz gerne und zum Teil habe ich sogar Mitleid mit ihm. Kinder werden hier auf jeden Fall keine Angst bekommen. Die Spannung ist für ein Kinderbuch dieser Altersklasse genau richtig. Für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren, die witzige, spannende und abenteuerliche Bücher mögen, ist dieses Buch sehr zu empfehlen! Zum Vorlesen eignet es sich auch sehr gut, da die Geschichte auch für jüngere Kinder nicht zu schwierig zu verstehen ist.
Ich rate allerdings, den ersten Band zu kennen ehe man mit Band 2 beginnt. Die Bücher sind zwar abgeschlossen, aber ich denke, dass man schon das Wissen aus Band 1 haben sollte, um in der Fortsetzung wirklich alles verstehen zu können. Da auch der erste Teil genial ist, ist es ganz klar kein Fehler, auch diesen zu lesen. ;-)

Zusammen mit den lustigen Illustrationen, die immer stimmig zum Geschehen sind und die Situationen im Buch immer sehr witzig und passend beschrieben, ist das Lesevergnügen wirklich perfekt! Die Zeichnungen zum wilden Uff gefallen mir ja immer am besten. In das liebenswerte Grinsen dieses süßen (aber auch recht chaotischen) Urzeitwesens habe ich mich ja schon in Band 1 verliebt. Kindern werden beim Betrachten der netten Illustrationen jede Menge Spaß haben!

Fazit: Eine super Fortsetzung, die große Lust auf Band 3 macht! Zum Glück erscheint dieser bereits im Herbst, auf den freue ich mich ja schon sehr! Band 2 konnte mich in allen Punkten komplett überzeugen und hat mich zudem in eine tolle Urlaubsstimmung gebracht. Für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren, die Witz, Spannung und Abenteuer mögen, ist dieses Buch perfekt! Für die warme Jahreszeit eignet es sich zudem auch wunderbar. Also: wenn ihr für den Urlaub noch ein schöne Sommerlektüre gesucht habt, mit Band 2 vom wilden Uff habt ihr sie gefunden!


Von mir erhält „Das wilde Uff fährt in den Urlaub“ volle 5 von 5 Sternen!




[Rezension] Tildas Tierbande - Ein Wollschwein im Wohnzimmer von Anna Lott

dtv junior
Mit Illustrationen von Verena Körting
160 Seiten, ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-423-76186-4
Erschienen: 7. Juli 2017


Klappentext:

Nirgendwo ist es so lustig, schön und aufregend wie in der kleinen Reihenhaussiedlung am Trüffelweg, findet Tilda. Denn im Stall beim Bauern nebenan entdeckt sie drei entzückende Tiere: Wollschwein Muffin, Wollhuhn Kasi und das Angorakaninchen Wühler. Um die drei darf Tilda sich von nun an kümmern. Einzige Bedingung: Sobald es Ärger gibt, verkauft der Bauer die Tiere. Das wollen Tilda und ihre Freundinnen Tomma und Tati unbedingt verhindern und gründen voller Tatendrang eine Bande: Tildas Tierbande – geheim, genial, für immer! Doch da haben sie die Rechnung ohne die Jungs gemacht, die kurzerhand Gregors Gruseltierbande ins Leben rufen ...

Quelle: dtv Verlag


Rezension:

Auf dieses schöne Kinderbuch hatte ich mich schon sehr gefreut. Bei dem niedlichen Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick. Wie das Mädchen Tilda und das Wollschwein sich gegenseitig umarmen sieht einfach super putzig aus. Sowohl das Cover als auch der Titel und der Klappentext haben mich sofort angesprochen und mich auf das Buch richtig neugierig gemacht.

Tilda ist mit ihren Eltern gerade in die Reihenhaussiedlung im Trüffelweg gezogen. Schon an ihrem ersten Tag lernt sie das Mädchen von nebenan kennen. Sie heißt Tomma, hat tomatenrotes Haar und wohnt auch noch nicht lange im Trüffelweg. Die beiden Mädchen verstehen sich sofort richtig gut und sind von ihrer ersten Begegnung an Freundinnen.
Zusammen machen die beiden dann eine tolle Entdeckung in Stall von Bauer Hartmut, der am Ende ihrer Straße in einem großen Bauernhof lebt. Die Mädchen entdecken drei sehr niedliche Tiere: das Wollschein Muffin, welches eine große Leidenschaft für Schoko-Schnaps-Pralinen hegt. Dann das Wollhuhn Kasi, das an den Füßen Federn hat, sodass es aussieht, als würde es Hausschuhe tragen. Und zum Schluss dann noch das Angorakaninchen Wühler. Dieses hat im Gesicht ein langes weißes Fell und sieht damit wie der Weihnachtsmann aus. Tilda und Tomma verlieben sich sofort in diese drei süßen Tierchen und sie bekommen von dem Bauern die Erlaubnis, sich um diese zu kümmern. Doch es gibt eine Bedingung: sobald es Ärger gibt, wird der Bauer die drei Tiere verkaufen. Das wollen Tilda und Tomma auf keinen Fall und sie holen sich mit Tati, die ebenfalls im Trüffelweg wohnt, noch zusätzliche Verstärkung. So hat jedes der drei Mädchen ein Tier für sich allein, um das es sich am meisten kümmern kann. Die drei beschließen, eine Bande zu gründen: Tildas Tierbande. Diese soll allerdings geheim bleiben. Blöd nur, dass die drei Jungs Gregor, Gonzo und Gabriel Wind von ihrer Bande bekommen haben und kurzerhand den Entschluss fassen, ebenfalls eine Bande, nämlich die Gruseltierbande, ins Leben zu rufen...

Als Kind habe ich Bandengeschichten ja unheimlich gerne gelesen. „Die Wilden Hühner“ von Cornelia Funke habe ich zum Beispiel nahezu verschlungen. Auch heute noch, als Erwachsene, freue ich mich immer sehr, wenn ich ein neue tolle Bandengeschichte für Kinder entdecke. Bei „Tildas Tierbande“ wusste ich einfach auf den ersten Blick, dass mir dieses Buch super gut gefallen wird! Und mal wieder lag ich mit meiner Vermutung goldrichtig. Innerhalb eines Tages habe ich das Buch mit seinen gut 160 Seiten durchgelesen und bin wirklich hellauf begeistert. Als 10-jährige, als ich gerade in meiner Bandenphase war und Geschichten mit Tieren sehr gerne mochte, hätte mir dieses Buch bestimmt ganz besonders gut gefallen.
Tildas Tierbande“ ist auf jeden Fall ein wundervolles Buch für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren. Obwohl die Protagonisten Mädchen sind, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass auch so mancher Junge dieses Buch mögen wird. Es ist an keiner Stelle langweilig und unterhält einen mit seinen vielen lustigen Einfällen bis zur letzten Seite.

Die Kinder sind allesamt sehr sympathisch und benehmen sich wie ganz normale Acht- und Neunjährige. Junge Leser werden sich wunderbar mit ihnen identifizieren können.
Der Schreibstil ist locker, leicht und sehr kindgerecht, sodass etwas geübtere Leser keine Schwierigkeiten beim Lesen haben werden.
Die Kapitel sind immer schön kurz und die Schrift ist recht groß. Zudem befinden sich in dem Buch noch viele schöne schwarz-weiß Illustrationen von Verena Körting. Diese haben mir ja wirklich richtig gut gefallen. Die drei Tiere Muffin, Kasi und Wühler wurden sehr niedlich gezeichnet, sodass man beim Betrachten ja am liebsten auch sofort so drei süße Tierchen haben möchte.
Doch Vorsicht, die drei haben es faustdick hinter den Ohren und machen es den drei Mädchen nicht gerade leicht, sie ganz ohne Komplikationen zu umsorgen.
Dazu kommt ja dann auch noch die Gruseltierbande, bestehend aus den drei Jungen Gregor, Gonzo und Gabriel, die auch für allerhand Chaos sorgen.

Tilda, Tomma und Tati haben also alle Hände voll damit zu tun, große Probleme zu vermeiden und einen Verkauf der drei Tiere zu verhindern. Denn der Bauer hat leider nicht genügend Zeit für die drei Tiere und hat schon länger darüber nachgedacht, sie abzugeben. Da sind Tilda, Tomma und Tati ja wirklich gerade noch rechtzeitig gekommen! Denn die Pflege von Muffin, Kasi und Wühler macht den Mädchen sehr viel Spaß, auch wenn diese natürlich stellenweise recht anstrengend und nicht immer leicht ist.

Und dann sind da ja, wie bereits erwähnt, auch die drei Jungs Gregor, Gonzo und Gabriel, die nicht einsehen, warum nur die Mädchen eine coole Banden haben sollen, die sich um Tiere kümmern. Nur leider sind die Tierchen von den Jungs alles andere als süß. Sie nennen sich ja nicht umsonst die „Gruseltierbande“.

Die Abenteuer, die die Kinder in diesem Buch erleben, machen einfach richtig gute Laune und wirken auch überhaupt nicht unrealistisch. Wenn man auf dem Land lebt und auch so tolle Tiere besitzt wie unsere drei Mädchen, dann kann es durchaus passieren, dass man dann auch so tolle Dinge erlebt wie sie hier beschrieben werden. Mich hat das Buch einfach sehr schön an meine eigene Kindheit erinnert und ich habe mich wunderbar in die Kinder hineinversetzen können. Beim Lesen habe ich ja auch immer wieder den sehnlichen Wunsch verspürt, auch mal mit dem Wollschwein Muffin zu schmusen oder das kuschelige Fell des Angorakaninchen Wühler zu streicheln.
Auf den zweiten Band freue ich mich ja jetzt schon sehr. Ich möchte unbedingt noch weitere Abenteuer mit Tildas Tierbande erleben! Und natürlich auch mit der Gruseltierbande, solange deren Tierchen nicht zu gruselig sind. ;)

Fazit: Wirklich klasse! Ein sehr witziges und abenteuerliches Kinderbuch, welches Jungen und Mädchen ab 8 Jahren, die Banden – und Tiergeschichten mögen, sehr zu empfehlen ist. Besonders „Bullerbü“ und „Wilde Hühner“ Fans werden von dieser neuen Reihe begeistert sein!

Auch Erwachsenen, die gerne mal wieder Kind sein wollen, kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen. Die tollen Illustrationen in dem Buch machen den Lesespaß perfekt! Von mir erhalten Tilda und Co. volle 5 von 5 Sternen!



Vielen Dank an den dtv, der mir dieses schöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Donnerstag, 6. Juli 2017

[Rezension] Linas Reise ins Land Glück von Martin Widmark

Gebundene Ausgabe
Mit Illustrationen von Emilia Dziubak
Ab 5 Jahren
40 Seiten
ISBN: 978-3-8458-2205-1
Erschienen: 16.06.2017

Klappentext:

Bilderbuchmagie aus einer fantastischen Welt
Zum Einschlafen erzählt Lina dem kleinen Daniel eine märchenhafte Geschichte aus ihrer Vergangenheit: Als kleines Mädchen landet sie auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder in einer wundersamen Welt – dem Land Glück. Dort trifft sie auf sprechende Insekten und einen höflichen Käfer in Frack und mit Fliege, der sie an die wundervollsten Orte führt. Doch schon bald muss Lina erfahren, dass auch im Land Glück nicht alles so unbeschwert ist, wie es scheint ...

Quelle: arsEdition


Rezension:

Auf der Suche nach einem neuen schönen Bilderbuch bin ich auf meiner Stöberrunde auf diese tolle Neuerscheinung aufmerksam geworden. Das Cover wirkt herrlich verträumt und geheimnisvoll, mich hat es ja sofort angesprochen. Als ich dann registriert hatte, dass das Cover und die Innenillustrationen von Emilia Dziubak stammen, einer polnischen Illustratorin, deren Bilder ich bereits in anderen Büchern sehr bewundert habe, wollte ich „Linas Reise ins Land Glück“ unbedingt lesen!

Da die Eltern des kleinen Daniel mal wieder eine Spätschicht im Krankenhaus haben, ist Lina da und passt auf den Jungen auf. Daniel findet das super, da Lina immer so tolle und spannende Geschichten erzählen kann. Auch heute, zum Einschlafen, bettelt der Junge um eine neue Gute-Nacht-Geschichte. So erzählt Lina ihm ein wundersames Erlebnis aus ihrer Vergangenheit: Als sie noch ein kleines Mädchen gewesen ist, verschwand ihr Bruder auf rätselhafte Weise. Lina ist darüber sehr traurig. Von ihren Eltern bekommt sie zur Aufheiterung einen Schlitten geschenkt. Als sie diesen dann auf einem schneebedeckten Hügel ausprobiert, gelangt sie in eine magische Welt – das Land Glück. Dort trifft das Mädchen auf sprechende Insekten und einen Käfer in Frack, der ihr das wunderschöne Land Glück genauer zeigt. Doch der anfängliche heitere Schein trügt: Lina bemerkt recht schnell, dass auch im Land Glück nicht alle Bewohner glücklich sind und dass auch gefährliche Tiere dort ihr Unwesen treiben...

Die Geschichte beginnt recht traurig, da Lina dem kleinen Daniel von dem Verschwinden ihres großen Bruders Leon erzählt. Die Themen Verlust und Trauer in einem Kinderbuch dieser Altersklasse zu bewerten, empfinde ich immer als etwas schwierig. Sie sollten kindgerecht und nicht zu grausam in die Geschichte eingebaut werden, da ich diese sonst wenig geeignet für Kinder ab 5 Jahren halte. In „Linas Reise ins Land Glück“ werden diese Themen aber sehr gut beschrieben. Zuerst hatte es mich ja etwas gestört, dass die Eltern von Lina so wenig Trauer gezeigt haben, als ihr Sohn verschwunden ist. Dann aber dachte ich, dass dies eigentlich sehr klug und gut ist, da das Buch so weniger traurig und bedrückend wirkt. Das Verschwinden des Bruders wird auch gar nicht genauer geschildert, sodass man sich als Leser nicht zu sehr betroffen fühlt.
Ich habe das Bilderbuch am Anfang als etwas düster empfunden. Mit Lina reisen wir zwar ins Land Glück, aber seinem Namen wird diese magische Welt nicht so ganz gerecht, da auch dort nicht alles fröhlich und unbeschwert zugeht.

Dadurch aber, dass die Geschichte so eine schöne, verträumte und märchenhafte Atmosphäre besitzt, legte sich mein erster Eindruck recht schnell wieder. Das Buch erzählt nämlich nicht nur eine Geschichte über Trauer und Verlust, sondern spricht auch die Themen Mut, Zusammenhalt und Hoffnung an. Besonders Lina habe ich für ihre Entschlossenheit und ihren Mut sehr bewundert. Lina trifft in dem Land Glück auf andere Kinder, die von einer gemeinen Krabbe gefangen gehalten werden. Die Kinder halten allesamt wunderbar zusammen und stellen sich der bösen Krabbe.
Die Auflösung der Geschichte kam dann recht schnell und einfach, aber ich habe dieses Ende als genau richtig empfunden, da es nicht brutal, leicht verständlich und gut nachvollziehbar ist. Gerade jüngere Kinder werden mit dieser schönen Auflösung sehr zufrieden sein.

Die Geschichte erinnert ein wenig an den Klassiker „Alice im Wunderland“, da auch dort ein Mädchen in eine wundersame Welt gerät, winzig klein ist und mit Tieren sprechen kann. Die Handlungen der beiden Bücher sind natürlich sehr verschieden, aber ich musste beim Lesen von „Linas Reise ins Land Glück“ dennoch immer an den Klassiker von Lewis Carroll denken. Sowohl dieser als auch dieses schöne Bilderbuch besitzen eine ganz besondere Atmosphäre, die ich sehr gerne mag. Ich kann ja daher besonders „Alice im Wunderland“ - Liebhabern „Linas Reise ins Land Glück“ sehr empfehlen.

Die Geschichte selbst konnte mich nicht in allen Punkten komplett überzeugen; für mich wird das Buch ja erst durch die traumhaft schönen Illustrationen von Emilia Dziubak zu etwas ganz Besonderem. Kennen gelernt habe ich ihre Bilder durch die neuen Ausgaben der „Borger“ - Reihe von Mary Norton, die im Fischer Verlag erschienen sind. Die Zeichnungen in diesen Büchern sind wirklich großartig, daher waren meine Erwartungen an die Illustrationen hier auch recht hoch gewesen. Ich wurde auch nicht enttäuscht. Die Bilder in diesem Bilderbuch sind einfach so schön - ich bewundere das Zeichentalent von Emilia Dziubak ja immer wieder aufs Neue. Nicht nur die Bilder sind klasse und sehr liebevoll gezeichnet, auch die komplette hochwertige Aufmachung der Seiten konnte mich hellauf begeistern.
Martin Widmark und Emilia Dziubak haben auf jeden Fall tolle Teamarbeit geleistet und zusammen ein wundervolles und ganz besonderes Bilderbuch geschaffen!

Fazit: Ein märchenhaftes und wunderschön poetisches Bilderbuch, in dem die Geschichten und ganz besonders die großartigen farbigen Illustrationen zum Träumen einladen. Für Kinder ab 5 Jahren ist das Buch sehr zu empfehlen. Zum Vorlesen eignet es sich perfekt! Hier wird sowohl Kindern als auch Erwachsenen ein richtig schönes Lese-Erlebnis geboten. Von mir erhält „Linas Reise ins Land Glück“ volle 5 von 5 Sternen!



Vielen Dank an den arsEdition Verlag, der mir dieses wunderschöne Bilderbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Mittwoch, 5. Juli 2017

[Rezension] Im Galopp auf Wolke 7 - Doppelband von Chantal Schreiber

Broschur
Ab 11 Jahren
512 Seiten
ISBN: 978-3-522-50514-7
Erscheinungstermin: 15.07.2016

Klappentext:

Landleben – auf keinen Fall! Maxi ist geschockt, als sie erfährt, dass ihre Eltern aus der Stadt raus aufs Land ziehen wollen. Und das, ohne sie nach ihrer Meinung zu fragen! Jetzt heißt es Pferdestall ausmisten statt Shoppingtouren mit ihren Freundinnen. Maxi beschließt deshalb, erst einmal so richtig schlechte Laune zu verbreiten. Doch dann trifft es sie gleich zweimal mitten ins Herz: Schuld ist zum einen das kuschelige Islandpony Ringo, zum anderen der süße Vic mit seinen strahlend blauen Augen. Vielleicht ist das Landleben ja doch nicht so blöd, wie Maxi angenommen hat?

Quelle: Planet Verlag

Rezension:


Obwohl meine Pferdephase schon längst vorbei ist und ich noch nicht mal reiten kann, lese ich nach wie vor mit großer Leidenschaft Pferdebücher. Ganz begeistert bin ich ja von der „Friends & Horses“ - Reihe von Chantal Schreiber. Da mir bisher wirklich alle Bücher, die ich von ihr bereits gelesen habe, richtig gut gefallen haben, wollte ich den Doppelband „Im Galopp auf Wolke 7“ unbedingt lesen. Zwei schöne Pferdegeschichten, geschrieben von einer Autorin, deren Bücher ich liebe – schon bevor ich mit dem Lesen begonnen hatte, wusste ich, dass mir dieses Buch ganz sicher sehr gut gefallen wird! Und ich lag mit meiner Vermutung auch goldrichtig. ;-)

Die 13-jährige Maxi ist entsetzt, als sie erfährt, dass ihre Eltern mit ihr aufs Land ziehen wollen. Fernab der Zivilisation und ihren Freundinnen wird es für Maxi wohl demnächst Pferdestall ausmisten statt Shoppengehen heißen. Sie beschließt, ihren Eltern den Umzug so schwer wie möglich zu machen. Ihre schlechte Laune wird ihre Eltern schon wieder umstimmen und einsehen lassen, dass ein Leben auf dem Land einfach das Allerletzte ist, da ist sich Maxi sicher. Doch dann bemerkt sie, dass ihr neues Zuhause gar nicht so übel ist. Zum einen besitzt sie nun ein eigenes Pony, welches den Namen Ringo trägt und wirklich niedlich ist. Noch viel süßer aber findet Maxi ja den Jungen Vic, der ein bisschen älter ist als sie und auf dieselbe Schule wie sie geht. In Maxi findet ein Umdenken statt und sie beginnt sich immer mehr mit dem Landleben anzufreunden. Eigentlich ist dieses ja gar nicht so blöd. Ein eigenes Pony ist ja schon was Feines und wenn Maxi nur an die wunderschönen blauen Augen von Vic denkt, beginnen Schmetterlinge in ihrem Bauch flattern...

Dieser schöne Doppelband beinhaltet die ersten beiden Bände der „4 Hufe“ - Reihe von Chantal Schreiber, die vor einigen Jahren als Einzelbände im Thienemann Verlag erschienen sind. Ich kannte diese Reihe bisher nicht, was mich ja nun, nachdem ich dieses Buch gelesen habe, wirklich wundert. Als Band 1 und 2 damals erschienen sind, war ich selbst noch ein Teenager und zählte damit noch zur Zielgruppe der Reihe. Hätte ich die Reihe damals gelesen, ich wäre sich total begeistert gewesen. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich es heute, als Erwachsene, nicht auch bin. Dieses Buch ist wirklich so klasse, ich habe es, trotz seiner gut 500 Seiten, in nur etwas über 2 Tagen durchgelesen. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass ich es als Teenie noch etwas besser gefunden hätte, da solche Bücher damals genau in mein Beuteschema gepasst haben.

Das Buch behandelt die Themen Freundschaft, Familie, Liebe und natürlich Pferde. Eine perfekte Mischung, die ganz besonders junge Mädchen ab 11 Jahren sehr ansprechen wird. Da ich ja, was meinen Büchergeschmack betrifft, noch ein richtiges Kind bin, konnte auch mich dieses Buch komplett überzeugen und hellauf begeistern!

Der Schreibstil ist wirklich toll, ich habe ja schon in anderen Büchern von Chantal Schreiber gemerkt, dass ich ihre Art zu schreiben über alles liebe! Ihre Bücher, und so natürlich auch dieses hier, lesen sich weg wie nichts und bescheren einen herrliche Lesestunden. Auch mit dem Humor sind Chantal Schreiber und ich auf einer Wellenlänge. Ich musste ja bei so einigen Szenen im Buch sehr schmunzeln und konnte mir sehr oft kaum ein Grinsen verkneifen.
Besonders über Maxi, die mitten in der Pubertät steckt und die wirklich nicht auf den Mund gefallen ist, habe ich mich sehr amüsiert. Gerade am Anfang, wo der Schock des Umzugs noch tief in ihr steckt und sie beschlossen hat, alles negativ zu sehen, hat mich ihr Verhalten bestens unterhalten, was zum Teil auch daran gelegen hat, dass mich ihr Trotzverhalten nur zu gut an meine eigene Teenagerzeit erinnert hat.
Ich kann ja daher auch Erwachsenen dieses Buch wärmstens empfehlen! Bei vielen wird es, wie bei mir, Kindheitserinnerungen wachrufen und dazu beitragen, dass man sich wieder wunderbar jung fühlt. Einmal wieder 13 sein und die erste große Liebe erleben, das hätte doch schon was, oder?

Die Themen Liebe und Pferde kommen in den beiden Geschichten auf jeden Fall nicht zu kurz. Gerade die zweite Geschichte handelt sehr viel von der Liebe und mit allem was dazu gehört, wie der erste Kuss, der erste große Streit und Eifersucht. Die Beziehung zwischen Maxi und Vic wird in beiden Bänden, aber ganz besonders im zweiten, sehr lebensecht und schön beschrieben.

Der Mix aus Pferdebuch, Liebes- und Freundschaftsgeschichte ist der Autorin einfach großartig gelungen! Die Themen gehen zwar nicht wirklich in die Tiefe, aber man wird dennoch von dem Gelesenen sehr berührt und denkt auch nach Beenden des Buches über den Inhalt nach und vergisst ihn nicht so sofort wieder, wie es ab und an bei anderen Büchern der Fall sein kann.

Man muss übrigens auch kein Pferdekenner sein, um dieses Buch zu mögen und verstehen zu können. Selbst diejenigen, die nichts für Pferde übrig haben, werden hier ganz sicher großen Spaß beim Lesen haben. Pferde kommen in dem Buch zwar sehr oft vor, aber ich würde es nicht als ein reines Pferdebuch bezeichnen, weil einfach noch viel mehr drin steckt. Man sollte sich also nicht zu sehr vom Cover und Titel täuschen lassen. Ich kann auch Nicht-Pferdeliebhabern diesen schönen Doppelband sehr ans Herz legen! Und auch denjenigen, die Chantal Schreibers aktuelle Pferdereihe „Friends & Horses“ mögen, kann ich die „4 Hufe“ - Reihe ebenfalls sehr empfehlen! Sie ist zwar eigentlich für etwas jüngere Leserinnen angedacht, macht aber dennoch auch älteren Semestern richtig viel Spaß beim Lesen.

Hier wirkt einfach alles total aus dem Leben gegriffen und realistisch. Mädchen in Maxis Alter werden sich sehr gut mit der Protagonistin identifizieren können und sie genauso lieb gewinnen wie ich es nach nur kurzer Zeit getan habe. Maxi ist nett, frech und besitzt einen tollen Humor, der mich sehr oft zum Lachen gebracht hat. Am Anfang hat sie auf mich zwar den Eindruck eines kleinen verwöhnten Mädchens gemacht, aber seit Maxi das Landleben immer mehr zu schätzen weiß, hat sich auch ihr Verhalten geändert und sie wurde mir immer sympathischer. Wenn ich ehrlich bin, war sie mir das zu Beginn des Buches ja gar nicht, da sie mir ziemlich verwöhnt vorgekommen ist. Dieser erste Eindruck legte sich aber recht schnell wieder und ich habe Maxi mittlerweile fest in mein Herz geschlossen. In den beiden Geschichten wird sehr gut deutlich, was für eine prima Freundin (und auch Tochter) Maxi ist.


Fazit: Unbedingt lesen, es lohnt sich! Mädchen ab 11 Jahren kann ich dieses Buch ganz besonders ans Herz legen, auch denjenigen, die beim Stichpunkt Pferde mit den Augen rollen. Man sollte sich auch nicht von der hohen Seitenzahl abschrecken lassen. Das Buch liest sich so schön und angenehm, die Seiten sind wirklich im Nu gelesen. Auch Erwachsenen, die sich gerne noch einmal wie ein Teenager fühlen wollen, kann ich „Im Galopp auf Wolke 7“ sehr empfehlen! Freundschaft, Liebe, Pferde – hier wird einem von allem etwas geboten. Ich stürze mich ja nun auf den zweiten Doppelband, der zwei weitere Geschichten mit Maxi enthält. Der erste bekommt von mir auf jeden Fall volle 5 von 5 Sternen!




Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag, der mir dieses schöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat! 

[Rezension] Der Esel Pferdinand - Teil 3: Volle Pferdesträke voraus! von Suza Kolb

Ungekürzte Lesung
2 CDs
Laufzeit: 2h 2min
ISBN: 978-3-7424-0180-9
Ab 6 Jahren
Erschienen: 07.07. 2017

Klappentext:

Endlich geht es los mit dem Reiten! Pferdinand ist unglaublich aufgeregt, als ihm zum ersten Mal der Sattel aufgelegt wird – jetzt sieht er schon fast so aus wie ein richtiges Pferd! Na gut, vielleicht ist es doch noch etwas wackelig mit Emmi auf dem Rücken, aber – hurraaaaiiiiiaaaahhh – sie reiten! Doch die Freude über den Erfolg währt nicht lange, denn plötzlich hat der kleine Eseljunge ganz andere Sorgen: Während eines wilden Gewitters ist ein Baum auf das Dach von Oma und Opa Hoppe gestürzt und hat es vollkommen zerstört. Zu allem Unglück ist eine Reparatur viel teurer als gedacht. Pferdinand, sein bester Freund Ziegenjunge Paule, Mama Tine, Onkel Alfred und sein Bruder Zottel machen sich große Sorgen: Werden sie nun alle verkauft? Zum Glück hat Emmi eine Idee, wie sie Geld sammeln können. Gemeinsam mit ihrem Freund Lenni organisiert sie einen Spendenritt, an dem auch Pferdinand teilnehmen wird. Aber hat ein kleiner Esel überhaupt eine Chance gegen die langen Beine der großen Pferde?



Rezension:

Auf dieses Hörbuch hatte ich mich ja schon sehr gefreut! Nachdem mir die ersten beiden Teile der „Esel Pferdinand“-Reihe schon so gut gefallen haben, war ich auf den dritten Band schon richtig gespannt gewesen. Da ich den Sprecher Boris Aljinovic sehr gerne höre und er diese tolle Kinderbuchreihe wirklich großartig liest, habe ich mich auch bei Teil 3, ohne groß zu überlegen, wieder für das Hörbuch entschieden.

Hurra, endlich geht es mit dem Reiten los! Pferdinand kann es kaum noch abwarten, bis seine Emmi endlich das erste Mal auf seinem Rücken sitzen wird. Allerdings stellt sich das Reiten dann doch als weitaus schwieriger und wackeliger heraus, als der kleine Esel gedacht hätte. Besser macht es das Ganze dann natürlich auch nicht, wenn so ein blödes Pferd wie Pitt sich über Pferdinand und seine ersten Versuche als Reitpferd lustig macht. Und als wäre das nicht schon Grund genug zum Ärgern, zerstört auch noch eines Nachts, während eines starken Gewitters, ein Baum das Dach des Hoppes-Hauses. Um die Schäden zu reparieren, muss schleunigst ein Plan her, mit dem sich genug Geld für die teure Reparatur auftreiben lässt. Emmi und ihr Freund Lenni haben schließlich die Idee, einen Spendenritt zu veranstalten, bei dem auch die Pferde und Ponys des Klausenhofs mitmachen werden. Logisch, dass auch unser Pferdinand an diesem Ritt teilnehmen möchte. Aber ob der kleine Esel überhaupt eine Chance gegen die Pferde und Ponys haben wird?

Schon das schöne farbenfrohe Cover ist wieder ein richtiger Hingucker. Man sieht auf diesem sofort, dass es im dritten Abenteuer um ein Wettrennen gehen wird. Dass es diesmal also wieder spannend werden wird, ist zu erwarten. Ich habe ja ganz gespannt mit dem Hören begonnen und das Hörbuch innerhalb eines Tages durch gehört.
Ich bin auch von Teil 3 hellauf begeistert! Man trifft auf alle bekannten Gesichter aus den ersten beiden Bänden wieder und hat viel zum Lachen, zum Schmunzeln und zum Mitfiebern!
Ich rate, die ersten beiden Bände zu kennen, ehe man sich dem dritten Teil widmet. Zwingend notwendig ist es vermutlich ist, da die Bände immer abgeschlossen sind, aber da man sich auf jeden Fall alle drei Hörbücher anhören sollte, weil diese einfach so klasse sind, kann man ja auch gleich mit Teil 1 beginnen und in chronologischer Reihenfolge weiter hören.

Esel Pferdinand: Volle Pferdestärke voraus!“ ist eine perfekte Mischung aus Witz und Spannung. Zum Lachen gibt es hier auf jeden Fall eine Menge, aber auch die spannenden Szenen kommen im dritten Abenteuer nicht zu kurz. Diese Szenen sind aber natürlich sehr kindgerecht und daher nicht zu spannend. Die „Esel Pferdinand“-Reihe wird für Kinder ab 6 Jahren empfohlen, daher wäre zu viel Spannung und Action nicht sehr angebracht. Da diese aber genau richtig dosiert ist, stimme ich der Altersempfehlung vom Verlag vollkommen zu. Ich kann aber natürlich auch älteren Zuhörern die „Esel Pferdinand“-Hörbücher sehr ans Herz legen. Diese Reihe bietet einfach für jedes Alter ein tolles Hörvergnügen und unterhält einen bestens bis zum allerletzten Track.

Der Schauspieler Boris Aljinovic trägt zu diesem genialen Hörspaß eine Menge bei. Es macht sehr viel Spaß seiner angenehmen Stimme zu lauschen, die er so gekonnt verstellen kann, dass man manchmal nahezu den Eindruck gewinnt, man höre ein Hörspiel und nicht ein Hörbuch. Es gelingt Boris Aljinovic einfach wunderbar, jeder Figur ihre eigene Stimme zu verleihen. Mir gefällt ja besonders gut, wie der kleine Ziegenjunge Paule gelesen wird. In einem meckernden und frechen Ton, wie man sich die Stimme einer Ziege eben so vorstellt.
Auch der blöde Hengst Pitt, der sich über den armen Pferdinand lustig macht, wird perfekt und in der genau richtigen eingebildeten Tonlage vorgelesen. Grinsen muss ich ja immer sehr, wenn Pferdinand in laute Begeisterungsrufe ausbricht, sobald das Wort „Reiten“ fällt. Dieses Jubeln liest Boris Aljinovic wirklich köstlich! Man hört die Freude des kleinen Esels so schön heraus, dass man gar nicht anders kann als sich richtig mit ihm mitzufreuen!
Ich kann mich ja nur immer wieder wiederholen: Boris Aljinovic ist für diese lustige Reihe ein wahrer Glücksgriff! Wer Lust hat, mal zu erfahren, wie eigentlich der Herr Aljinovic diese schöne Reihe findet, der kann sich ja dass kleine Interview mit ihm auf YouTube anschauen, in dem auch eine nette kleine Hörprobe mit eingebaut worden ist. Wenn man Esel Pferdinand noch nicht kennt und sich dieses Video anschaut, wird man spätestens danach unbedingt den kleinen Esel kennenlernen wollen!
Hier geht‘s zum Interview: https://www.youtube.com/watch?v=-UDEE6PTIoM

Sehr schön finde ich ja, dass Themen wie Freundschaft, Mut und Zusammenhalt in diesem Hörbuch eine sehr große Rolle spielen. Ich finde es ja immer wieder süß zu sehen, dass auch ein Esel und ein Ziegenjunge so gute Freunde sein können. Aber auch die Beziehung zwischen Mensch und Tier wird hier wunderschön und herrlich liebevoll beschrieben.
Den kleinen Esel Pferdinand bewundere ich für seine Stärke und sein Selbstbewusstsein ja sehr. So oft hat er sich nun schon gemeine Bemerkungen von anderen anhören müssen, weil er so gerne ein Pferd sein möchte. Er verliert aber nie den Mut und lässt sich nicht von seinem Traum, ein richtiges Reitpferd zu werden, abbringen. Am Ende von diesem Hörbuch zeigt Pferdinand, was alles in ihm steckt und dass er locker mit allen Ponys und Pferden dieser Welt mithalten kann.

Die ungekürzte Lesung mit einer Länge von 2h 2min lässt sich gut an einem Tag anhören, sodass man nicht ständig unterbrechen muss. Für die empfohlene Altersklasse finde ich die Spieldauer genau richtig. Auch die Tracks sind immer schön kurz, sodass man problemlos zwischendrin Pausen einlegen kann, auch wenn diese vermutlich recht schwer fallen. ;)


Fazit: Der dritte Teil ist eine weitere super gut gelungene Fortsetzung und bietet Jungen und Mädchen ab 6 Jahren ein großartiges Hörerlebnis! Es ist witzig, spannend und total niedlich! Boris Aljinovic liest auch den dritten Band grandios und begeistert Jung und Alt mit seinem Stimmtalent. Von mir erhält dieser tierisch-aufregende Hörbuch-Spaß volle 5 von 5 Sternen, iiihhh-aahhh!


Vielen Dank an den DAV, der mir dieses witzige Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!