Montag, 4. Dezember 2017

[Rezension] Milchmädchen von G.R.Gemin

Hardcover
272 Seiten
ISBN: 978-3-551-56026-1
Ab 12 Jahren
Erschienen: 18.03.2016

Klappentext:

Zwölf Kühe mitten in einem schäbigen walisischen Wohngebiet verstecken? Das bleibt doch niemals unbemerkt! Aber Gemmas Leben ist sowieso total durcheinander – ihr Vater ist im Knast, die Mutter abgekämpft und der kleine Bruder nervt einfach nur. Und wie sie sich mit der komischen, starken Außenseiterin Kate angefreundet hat, weiß sie eigentlich selbst nicht. Aber Kate braucht Gemmas Hilfe, damit ihre Kühe nicht verkauft werden müssen.
Gemmas Nachbarn kümmern sich normalerweise nicht so um andere Leute – geschweige denn um Tiere. Doch nun stehen dicke, muhende, Gras fressende Kühe in ihren Gärten. Und setzen einiges in Bewegung!


Rezension:


Im letzten Monat hatte ich „Café Morelli“ von G.R. Gemin gelesen und da ich von diesem Buch hellauf begeistert war, wollte ich nun auch unbedingt sein Erstlingswerk „Milchmädchen“ lesen.
Der Klappentext verspricht eine sehr liebenswerte und unterhaltsame Geschichte, daher war ich schon richtig gespannt auf das Buch!

Das Leben von Gemma ist leider nicht so schön, wie sie es gerne hätte. Ihr Vater sitzt im Knast, ihre Mutter ist ziemlich überfordert und ihr kleiner Bruder Darren nervt ganz gewaltig. Auch in der Schule läuft es gerade nicht allzu rund und Gemma möchte nur noch eins: Einfach mal raus aus Bryn Mawr, der schäbigen walisischen Wohnsiedlung, in welcher sie wohnt. Mit dem Fahrrad düst sie raus in die Natur und stößt dabei auf Kate, eine Außenseiterin und von Gemma immer nur „Cowgirl“ genannt. Mit Kate stolpern auch zwölf Kühe in Gemmas Leben. Zwölf Kühe, die unbedingt gerettet werden müssen, denn Kates Vater möchte die Tiere verkaufen. Gemma beschließt sofort zu helfen und kurz darauf ist das ehemals trostlose Bryn Mawr, welches für seine hohe Kriminalitätsrate bekannt ist, nicht mehr wiederzuerkennen. Dicke, muhende Kühe stehen nun in den Gärten, fressen friedlich Gras und genießen die fürsorgliche Pflege der Bewohner. Doch ein Dutzend Kühe in einer walisischen Siedlung zu verstecken ist nicht allzu einfach. Ob es Gemma, Kate und den Einwohnern von Bryn Mawr wohl gelingen wird, die Kühe zu retten?

Wie das Buch „Café Morelli“ so ist auch „Milchmädchen“ zurecht ein Königskind. Die Bücher aus dem so von mir geliebten Verlag sind immer etwas ganz Besonderes und ich kann mittlerweile gar nicht mehr sagen, welches mir bisher am besten gefallen hat.
Milchmädchen“ zählt auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Ich finde es sogar noch besser als „Café Morelli“. Die Protagonistin Gemma mit ihrer aufgeweckten und selbstbewussten Art hatte es mir sofort angetan und von der liebenswerten Geschichte bin ich total begeistert. Diese ist recht einfach gestrickt, beinhaltet aber so viele wichtige und wundervolle Themen, die „Milchmädchen“ in meinem Augen zu einem erstklassigen Buch machen.
Ich habe mich beim Lesen sofort wohl gefühlt und war leider viel zu schnell wieder mit dem Buch durch. Dass ist auch das Einzige, was ich etwas schade fand. Die gut 270 Seiten sind dank der kurzen Kapitel und des sehr flüssigen und humorvollen Schreibstils im Nu gelesen.

Auf den 270 Seiten bekommt man dafür aber auch etwas wirklich Einzigartiges geboten. In dem Buch geht es nämlich nicht nur um 12 Kühe, die Gemmas Leben auf den Kopf stellen. Es geht auch um Vorurteile, um das friedliche Miteinander, Freundschaft und Zusammenhalt.
Gemma hatte am Anfang des Buches eine sehr negative Sichtweise auf Kate und hätte nie damit gerechnet, dass sie sich mit dem „Cowgirl“ mal anfreunden würde. Allerdings merkt sie dann recht schnell, wie falsch sie mit ihrer Einschätzung lag und was für eine tolle Freundin Kate ist.
Gemmas Entwicklung hat mir ganz besonders gut gefallen. Ihre anfangs oberflächliche Meinung zu Dingen ändert sich nach und nach, wodurch sie nicht nur neue Freundschaften gewinnt, sondern auch wieder das Gefühl bekommt, dass das Leben schön sein und Spaß machen kann.

Gemmas Leben in dem sozialschwachen, walisischen Wohngebiet ist nicht immer leicht, erst recht nicht, seit ihr Vater im Gefängnis sitzt und ihre Mutter mit allem ziemlich überfordert ist. Ein nerviger kleiner Bruder und gemeine Mitschüler, die sie in der Schule hänseln, sind leider auch ein Teil von Gemmas Leben, sodass man es als Leser wirklich nur zu gut verstehen kann, dass die 14-järhige unglücklich ist.

Dann aber lernt sie Kate besser kennen und zusammen mit ihr, den Bewohnern von Bryn Mawr und natürlich den 12 Kühen erlebt sie eine wundervolle, aber auch äußerst verrückte Zeit.
Ich fand es so schön zu sehen, wie alle mit anpacken, um die Kühe vor dem Verkauf zu retten. Man hilft sich plötzlich untereinander, ist freundlicher, hat Spaß zusammen und merkt plötzlich, dass man von seinen Nachbarn die ganze Zeit über ein völlig falsches Bild hatte.

So verrückt die Geschichte auch ist, auf mich hat sie dennoch die ganze Zeit absolut realistisch gewirkt und mein Denken über Kühe hat sich auch ziemlich geändert. Ich habe mich mit den Tieren noch nie so wirklich beschäftigt, für mich waren es einfach immer Kühe. Nun aber, nach dem Lesen dieses Buches, hätte ich überhaupt nichts dagegen, selbst eine Kuh im Garten stehen zu haben und sie zu pflegen, damit sie es gut bei mir hat. Kühe sind schon verflixt tolle Tiere, das wird garantiert jeder so sehen, wenn er „Milchmädchen“ gelesen hat.

Mit seinem Erstlingswerk ist G.R. Gemin ein wundervolles und großartiges Buch gelungen, in welchem einfach alles stimmt. Die Charaktere sind klasse, die Geschichte warmherzig und unterhaltsam, die Aussage grandios und der Schreibstil super. Mir hat das Buch wunderbare Lesestunden beschert und ich kann es nicht nur Kindern und Jugendlichen empfehlen. Auch Erwachsenen kann ich diese rührende Geschichte sehr ans Herz legen!


Fazit: Wunderbar warmherzig und zurecht ein Königskind. Mit „Milchmädchen“ ist dem Autor eine sehr feinfühlige, liebenswerte und lustig verrückte Geschichte gelungen, die ich mit jeder Menge Spaß gelesen habe und die ich absolut empfehlen kann! Die Beziehungen der Menschen werden richtig schön dargestellt und die Aussage des Buches, dass man zusammen stark ist und man gegen Vorurteile ankämpfen sollte, hat mir super gut gefallen. Von mir gibt es sehr gerne volle 5 von 5 Sternen! 










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